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Barnes & Noble: Daunt meldet erste Erfolge

James Daunt (Foto: Jon Enoch)

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Barnes & Noble-CEO James Daunt die erzwungene Schließung fast aller Läden genutzt, um die Modernisierung des Filialnetzes anzugehen. Der Umbau war eigentlich erst ab 2021 geplant und sollte (bei weiterlaufendem Betrieb) mindestens 18 Monate dauern. In einem Gespräch mit dem US-Branchenblatt „Publishers Weekly“ hat Daunt jetzt von ersten Erfolgen berichtet.

Der Chef der britischen Buchkette Waterstones war 2019 auch zum CEO von Barnes & Noble ernannt worden, nachdem der Waterstones-Eigner Elliott auch B&N übernommen hatte. Daunts Auftrag: die größte US-Buchhandelskette zu alter Stärke zurückführen. Für diese gibt er laut „Publishers Weekly“ diese aktuellen Entwicklungen aus:

  • Alle B&N-Filialen haben mindestens eine Renovierungsrunde hinter sich. 
  • Der Gesamtumsatz von B&N ist im bisherigen Jahr im Vergleich zu 2019 um 5 bis 6% gestiegen.
  • Der Buchumsatz hat dabei zweistellig zugelegt.
  • Die Ergebnisse im Café- und Pressebereich würden durch die Pandemie beeinträchtigt, aber Bücher und andere Kernsortimente wie Lernspiele, Puzzles und Arbeitshefte hätten sich gut entwickelt.
  • Städtische Standorte haben es am schwersten. Insbesondere die Geschäfte in New York City hätten die allgemeine Erholung gebremst.

Die Trends schienen sich insgesamt aber zugunsten von B&N zu entwickeln, gibt sich Daunt optimistisch, der für 2021 einen guten Abschluss erwartet.

Mehr Mitsprache für die Filialleiter und effizientere Logistik

Wie schon bei Waterstones haben die Manager vor Ort bei der Gestaltung des Sortiments jetzt mehr Mitspracherecht als früher. Das Kernsortiment wird zentral geordert, aber wo die Bücher platziert werden und in welchen Mengen sie bestellt werden, bleibt nun den Managern überlassen.

Auf Daunts Liste ein zentraler Punkt ist die Logistik: Man habe in Vertriebszentren und Mitarbeiter investiert, um die interne Lieferkette effizienter zu gestalten. Auch die Senkung der Retourenquote ist weiter Thema. Weitere Baustellen:

  • Modernisierung und Sortimentsgestaltung: Die Läden sind noch dabei, neue Einrichtungsgegenstände hinzuzufügen. Elliotts jüngster Zukauf, der Schreibwaren- und Geschenkartikelhändler Paper Source, soll helfen, in den Buchhandlungen bessere Schreibwarenabteilungen zu schaffen.
  • Umbau des Filialnetzes: B&N wird in den nächsten Monaten 8 Läden eröffnen und gleichzeitig weiter unrentable Filialen schließen, sodass die Gesamtzahl wohl weiterhin bei etwa 625 liegen wird. 2022 könnte die Filialzahl dann ausgebaut werden.

Barnes & Noble: Individuellere Filialen nach Indie-Vorbild

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