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Bahnhofsbuchhandel macht erneut auf seine prekäre Lage aufmerksam

Die vierte Welle der Corona-Pandemie treffe auch den Bahnhofsbuchhandel mit voller Wucht, schreibt der Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler (VDBB).

Die Umsätze der Presse- und Buchanbieter in Bahnhöfen und Flughäfen blieben weiter deutlich hinter den Erwartungen aus der Zeit vor Covid19 zurück. Die Mieten hätten jedoch bereits im Juli 2021 wieder das hohe Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht.

Reisebeschränkungen und veränderte Arbeits- und Mobilitätsgewohnheiten haben die Besucherzahlen in Bahnhöfen und Flughäfen massiv minimiert. „Zwar gab es immer wieder Phasen der Erholung, zuletzt im
Sommer 2021, doch im Vergleich zum Referenzjahr 2019 lag der Umsatz der Branche jederzeit deutlich unter Vorjahr.“, so der Verband.

Besonders betroffen seien die großen ICE-Pendlerbahnhöfe bzw. Verkehrsknotenpunkte. In Hauptbahnhöfen der Großstädte liegen die Umsätze in den Verkaufsstellen des Bahnhofsbuchhandels aktuell bei 35% unter dem Referenzjahr 2019, an Flughäfen beträgt der Rückgang teilweise mehr als 50%. Der VDBB erklärt: „Für den Bahnhofsbuchhandel ist das besonders bitter, weil in diesen Standorten rund 75% des Branchenumsatzes erzielt werden.

Aktuelle Entwicklungen sorgen für Gefährdung

Die Bahnhofsbuchhändler sehen sich angesichts der aktuellen Entwicklungen und voraussichtlichen Beschlüssen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Gefahr, da mit einer verstärkten Rückkehr
von breiten Teilen der Bevölkerung ins Home-Office zu rechnen sei sowie mit einem Verzicht auf
Geschäfts- und Privatreisen. VDBB: „In den deutschlandweit rund 480 Verkaufsstellen des Bahnhofs- und Flughafenbuchhandels wird das zu sinkenden Kundenfrequenzen und Umsätzen führen. Die Mietbelastung bleibt davon unberührt.“

Vor einem Jahr hatte der Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler schon einmal auf das Problem der Mindestmieten aufmerksam gemacht. Wenig später war die DB Station & Service AG, eine Tochter der Deutschen Bahn AG, ihren Mietern entgegengekommen – wie zuvor bereits viele große Flughafenbetreiber. Die Vereinbarung mit der Deutschen Bahn ist jedoch Ende Juni 2021 ausgelaufen. Deshalb liege die Mietbelastung von einzelnen Bahnhofsbuchhandlungen bei sinkenden Umsätzen aktuell wieder bei 130%, in der Spitze sogar bei bis zu 200%, der vereinbarten Umsatzmiete.

Wirtschaftliche Perspektive fehlt

Der Verband ergänzt eine Erinnerung: Die Mieten des Bahnhofsbuchhandels richten sich normalerweise nach dem erzielten Umsatz. Allerdings sichern sich große kommerzielle Vermieter häufig mit einer Sonderklausel ab: Die Mietvereinbarungen garantieren eine hohe Mindestmiete, die in der Regel bei 90% der zu erwartenden Umsatzmiete liegt.

„Unter diesen Vorzeichen“, sagt der VDBB-Vorsitzende Torsten Löffler, „fehlt dem Bahnhofsbuchhandel auch zu Beginn der vierten Welle eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive. Noch immer drohen hohe Verluste und Schließungen von Filialen. Die Existenz ganzer Unternehmen ist gefährdet. Die Lage bleibt sehr ernst.“

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