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Dussmann, Reuffel und Co.: Automatisierte Buchempfehlungen im Test

Buchhandlungen sollen künftig automatisierte Buchempfehlungen in ihren Shopsystemen einsetzen können: KI-basiert werden Kunden dann passende Bücher präsentiert. Die technische Umsetzung erfolgt ab Februar, so dass das neue Angebot voraussichtlich ab Ende März bei ersten Pilotkunden im Einsatz sein wird. Dazu gehören Dussmann und die Buchhandlungen Reuffel in Deutschland, Morawa in Österreich sowie Lüthy Balmer Stocker in der Schweiz.

Die technische Integration erfolgt durch das Schweizer Software-Unternehmen BPM Consult, als Partner sind der Technologie- und Informationsanbieter MVB und das Frankfurter Literatur-Start-up Read-O  eingestiegen. 

MVB liefert die Daten aus den just eingeführten Lesemotiven und zusätzlich Daten aus der Themen-Klassifikation, Read-O steuert „Emotionsdaten“ bei, mit denen Nutzer beispielsweise zwischen „traurigen“ oder „fröhlichen“ Inhalten wählen können. 

Lesemotive gehen im VLB an den Start

Mit den multichannel-basierten Lösungen „Beeline Solutions“ und „Mi.Solution“ stehen diese dann als Software-Option allen Buchhandels- und Verlagskunden der BPM zur Verfügung.

Mithilfe einer KI analysiert der App-Anbieter Read-O anhand von Buchbewertungen im Internet, welche Gefühle Menschen beim Lesen eines Buches hatten. Daraus werden passgenaue Leseempfehlungen für potenzielle Buchkäuferinnen und -käufer generiert. Für das gemeinsame Projekt kombinieren MVB und Read-O diese Informationen, also die bewussten Kundenbedürfnisse, in einem eigenen Empfehlungsalgorithmus mit den Lesemotiven. Letztere stehen für die unbewussten Kundenbedürfnisse, die ein Buch bedient.

Bisher beruht das Empfehlungsmarketing, das von Online-Shops bekannt ist, in der Regel auf Auswertungen der Verkaufshistorie. Das Prinzip ist einfach: Menschen, die dieses Buch gekauft haben, haben auch jene Titel erworben. Auch vergleichbare Titel innerhalb der Warengruppe oder andere Werken der gleichen Autorin bzw. des gleichen Autors sind gängige Empfehlungsmuster. Alle Varianten haben eines gemein: Die Kundenbedürfnisse spielen bei dieser Art von Vorschlägen keine Rolle, weder die bewussten noch die unbewussten. Dadurch werde die Vielfalt der Querverweise stark eingeschränkt, so dass die Ergebnisse wenig überraschend seien und oft einen Fokus auf Bestseller und Neuerscheinungen legten, heißt es in einer Mitteilung. Damit werde zudem das Potential passender Backlist-Titel verschenkt.

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