Authors Guild: »Eine Krise von epischem Ausmaß«

Die Autorinnen und Autoren in den USA verdienen immer weniger Geld. Eine Studie der Authors Guild zeigt, dass das mittlere Einkommen der befragten Autoren seit 2009 um 42% gesunken ist und nennt diese Entwicklung eine „Krise von epischem Ausmaß“.

Für die Studie wurden rund 5000 amerikanische Verlags-, Selfpublishing- und Hybrid-Autoren befragt. Für 2017 ergab die Umfrage ein mittleres Einkommen von 6080 US-Dollar. Dies entspricht einem drastischen Rückgang im Laufe des vergangenen Jahrzehnts:

  • Das Medianeinkommen lag 2007 noch bei 12.850 US-Dollar und sank dann stetig auf 10.500 US-Dollar im Jahr 2009 und 8000 US-Dollar 2014.
  • Die reinen Autoreneinnahmen durch den Buchverkauf sind um rund 50% gesunken (2009: 6250 Dollar, 2017: 3100 Dollar).
  • Besonders betroffen sind Belletristik-Autoren, deren Einnahmen in den vergangenen 4 Jahren um 24% gesunken sind.
  • Im Gegensatz zum Gesamtrückgang stehen die Einnahmen der Selfpublisher, die sich von 2013 bis 2017 auf 1951 US-Dollar verdoppelt haben.
  • Dennoch: Im Vergleich zu den Verlagsautoren haben die Selfpublisher im Schnitt 58% Geld weniger verdient.
  • 21% aller Vollzeit-Autoren können durch die Buchverkaufe ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Richard Russo, Vize-Präsident der Authors Guild, äußert sich zu den Entwicklungen sehr kritisch: „Es ist noch gar nicht so lange her, dass geschulte, talentierte Autoren, die Zeit investierten und ihr Handwerk erlernt hatten, ihren Lebensunterhalt damit verdienen konnten, das zu tun, was sie am besten können. Und dabei einen Beitrag zu dem Wissen, der Kultur und der Kunst Amerikas geleistet haben. Diese Zeit ist vorbei.“

Die ehemalige Authors Guild-Präsidentin Roxana Robinson sieht einen Großteil der Schuld für die zurückgehenden Autoren-Einnahmen beim E-Commerce-Dominator Amazon, der die Preise drücke: „Der große Marktanteil erlaubt es Amazon, Verlage in einen Schraubstock zu zwängen, der unerbittlich höhere Rabatte und kleinere Spielräume verlangt. Die Verlage geben die Verluste an die Schriftsteller weiter, indem sie die Honorare senken.“

Ein weiterer, damit zusammenhängender Grund sei die „Blockbuster-Mentalität“ der großen Verlage, die zur Umsatzsicherung immer stärker auf Verträge mit populären Bestsellergaranten setzen. Die Authors Guild beklagt, dass dabei große Summen ins Bestsellermarketing investiert werden und wenig Ressourcen für unbekanntere Autoren übrig bleiben.

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