buchreport

Auferstanden aus Ruinen

Neuanfang am alten Standort: Unter der Leitung von
Roberto Waldburger, Ex-TMI-Chef am Standort Bremen, hat
das Bremer Versandwerk den Handel mit Medienprodukten
aufgenommen. Zu den neuen-alten Kunden zählt u.a.
buecher.de.

Die Tore zu, TMI tot, so hieß bislang die offizielle Zwischenbilanz zum Insolvenzverfahren der TMI-Gruppe, deren Niedergang Onlinebuchhändler wie buch.de und zahlreiche Bücheranbieter auf den Nebenmärkten mitten im Weihnachtsgeschäft kalt erwischt hatte: Der Geschäftsbetrieb an allen Standorten sei eingestellt worden, ließ Isovenzverwalter Christopher Seagon verlautbaren; die Suche nach einem Investor sei gescheitert; vorhandene Werte würden „liquidiert“, um die Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen.
Doch dies ist nach Informationen von buchreport nur die halbe Wahrheit:

  • Tatsächlich führen frühere Mitarbeiter von TMI in Bremen den Handel mit Medienartikeln mit einer neuen Gesellschaft mit alter Infrastruktur am alten Standort (Zum Panrepel 17) weiter; am 19. Dezember 2008 wurde die Gesellschaft RoWa Handels-GmbH beim Bremer Amtsgericht eingetragen, im Januar wurde diese umfirmiert in Bremer Versandwerk.
  • Das Stammkapital umfasst 210.000 Euro, Geschäftsführer ist Roberto Waldburger, Ex-Chef von TMI Bremen; ebenfalls wieder mit an Bord ist Ex-Vertriebsleiter und Prokurist Jens Kaiser.
  • Auf Anfrage von buchreport erklärt der Sprecher des TMI-Insolvenzverwalters Christopher Seagon, die neue Gesellschaft sei nicht per Management Buy-out entstanden; der Vermieter der TMI-Flächen habe Teile des „beweglichen Sachanlagevermögens“ (u.a. Computer, Schreibtische) aus der Insolvenzmasse übernommen – ob eine neue Firma auf dieser Grundlage neu starte, sei nicht die Sache des Insolvenzverwalters.
  • Der Vermieter, die Bremer Karl H. Preusse GmbH, und der mit dem Bremer Versandwerk neu gestartete Ex-TMI-Chef Waldburger halten sich derzeit mit öffentlichen Einlassungen zurück.
  • Bei aller Verschwiegenheit – erste Anfangserfolge können die Bremer Versandwerker schon für sich verbuchen: So beliefern die Bremer buecher.de, Deutschlands Nummer vier im Internetbuchhandel, bereits wieder mit Medienartikeln; der Münsteraner Wettbewerber buch.de, der im November notgedrungen zum Medienlieferanten Music for Friendly People (MFP) umgesattelt hatte, will möglicherweise die TMI-Nachfolger als zweiten Lieferanten (wieder) einbinden.

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