Auf der Suche nach Erlösen

Der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt bleibt ein schwieriges Feld, das die lange gepflegten Geschäftsmodelle der Verlage herausfordert. Das zeigt ein Blick auf die aktuellen Jahresbilanzen. Laut Marktforscher Nielsen haben die deutschen Publikumszeitschriften auch 2016 weniger Umsatz mit Anzeigen gemacht als im Vorjahr. Der Bruttowerbeumsatz ging demnach um 1,4% zurück, insgesamt wurden 3,2 Mrd Euro umgesetzt. Details:

  • Auf die 20 führenden Blätter (s. buchreport.datei) entfallen 42% des Bruttowerbeumsatzes aller Publikumszeitschriften.
  • Die wöchentlichen Nachrichtenmagazine „Stern“, „SPIEGEL“ und „Focus“ sind mit jeweils mehr als 100 Mio Euro Bruttowerbeumsatz weiterhin die Anzeigenerlöse-Spitzenreiter, lassen mit Rückgängen zwischen 6 bis 8 Mio im Vergleich zu 2015 aber auch deutlich Federn.
  • Mit der „ADAC Motorwelt“ und der „Bild am Sonntag“ haben zwei Verlierer der vergangenen Jahre wieder zugelegt, ohne die früheren Rückgänge dadurch kompensieren zu können.

Auf Vertriebsseite ist weiterhin Paid Content das zentrale Thema: Wie lassen sich nachhaltige Geschäftsmodelle für digitale Presseerzeugnisse entwickeln? Auf gutem Weg sieht sich die „Süddeutsche Zeitung“: Deren Online-Doppelspitze erklärte gegenüber dem Fachblatt „DNV“, dass sich die „SZ.de“-Erlöse aktuell hälftig auf Anzeigen und Bezahlinhalte verteilten. 2016 habe der Umsatz die 10 Mio Euro aus dem Vorjahr übertroffen.

Der Branchendienst „PV digest“ schätzt den 2016er-Umsatz im Digitalvertrieb im deutschen Publikumsmarkt auf insgesamt 276 Mio Euro (+14%) und relativiert: Das sei ein Anteil am Gesamtvertriebsumsatz von nur 3 bis 4% je nach Printgattung.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2016: Top 20 Publikumszeitschriften und Wochenzeitungen

Medium

Werbe-Umsatz1)

%2)

1

Stern

108

– 5,6

2

Der Spiegel

104

– 7,5

3

Focus

101

– 7,4

4

Bild am Sonntag

95

+ 4,1

5

Brigitte

84

– 7,4

6

rtv Ausgabe West

84

+ 2,3

7

Die Zeit

76

+ 4,0

8

Bild der Frau

71

+ 5,9

9

Bunte

66

– 7,2

10

freundin

62

– 9,5

11

ADAC Motorwelt

58

+15,0

12

Gala

55

– 4,9

13

Auto Bild

53

± 0

14

auto motor und sport

49

+1,7

15

InStyle

45

– 9,3

16

TV Digital

43

– 0,8

17

prisma Gesamt West

41

+ 9,3

18

Wirtschaftswoche

40

+ 5,8

19

Vogue

40

– 8,0

20

Hörzu

39

+ 7,5

1) Brutto, in Mio Euro;  2) Veränderung zu 2015

Quelle: Nielsen, PZ-Online

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