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Auf dem Weg zu He-RhePf-Sa

Während die Diskussion über die Zusammenlegung von Landesverbänden mit dem Bundesverband in den vergangenen Monaten ruhiger geworden ist, folgt jetzt ein neuer Fusions-Impuls auf Landesebene: Die drei Landesverbände Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland wollen 2012 unter ein Dach schlüpfen.  

Laut einer Pressemitteilung haben die Vorstände der Landesverbände gestern beschlossen, in ihren diesjährigen Mitgliederversammlungen den Zusammenschluss zu einem gemeinsamen Landesverband im Börsenverein zu beantragen. Die jeweiligen Entscheidungen der Mitglieder sollen auf den Versammlungen im März und im Mai 2011 getroffen werden. Bisher waren die Landesverbände rechtlich selbstständig, haben aber seit acht Jahren mit einer gemeinsamen Geschäftsstelle in Wiesbaden und einem gemeinsamen Seminarprogramm kooperiert. Nun sollen auch das Ehrenamt mit einem neunköpfigem Vorstand, die regionalen Bezirksgruppen und die jeweiligen Landesmitglieder zusammengeführt werden. Bis dato seien durch die Kooperation bereits 70.000 Euro pro Jahr eingespart worden, was sich in vergleichsweise niedrigen Mitgliedsbeiträgen (ein Drittel unter denen in NRW) niedergeschlagen habe.
 
„Mit der Fusion können weitere Kostensenkungen durch zusätzliche Verringerung der Geschäftsstellenkosten, Verkleinerung der Gremien und  Wegfall von satzungsmäßig vorgeschriebenen Jahreshauptversammlungen realisiert werden“, schreiben die Verbände. Dadurch würde Raum geschaffen für die Betreuung der Mitglieder, der besonders durch die Umstellung der Lernmittelfreiheit im Saarland und in Rheinland-Pfalz in den vergangenen beiden Jahren erforderlich geworden sei. Die Geschäftsstelle arbeite weiter wie bisher, nur müsse sie nicht mehr drei Hauptversammlungen organisieren und verschiedene Vorstände betreuen.

„Durch die deutliche Verschlankung der Strukturen und der damit verbundenen weiteren Effizienzsteigerung kann der Verband seine Mitglieder bei allen Fragen und Herausforderungen vor Ort noch besser unterstützen“, verspricht Andreas Auth, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen. Dabei bleibe der politische Einfluss der Mitglieder auf „ihren“ Landesverband erhalten.

Die  Erfahrung der letzten beiden Jahre zeige aber auch die Notwendigkeit, die regionale Interessenvertretung vor Ort in der eigenen Hand zu behalten. Auf diese Weise könnten sich die Mitglieder unmittelbar engagieren, hätten in ihrer Region auch auf der Ehrenamtsseite direkte, ihnen bekannte Ansprechpartner, kämen bei den vergleichsweise kleineren Mitgliederversammlungen in der Region zu Wort und könnten dort an den zu treffenden Entscheidungen mitwirken.

Auch der Vorstoß von NRW habe sicherlich einen Teil dazu beigetragen, dass man diesen Schritt wagen wolle, erläutert der Geschäftsführer der Landesverbände, Klaus Feld, gegenüber buchreport. Im Gegensatz zu NRW (der Landesverband NRW will mit dem Bundesverband fusionieren) würden seine Vorstände jedoch die Zusammenführung der Landesverbände unter einem eigenen Dach begrüßen, um die Hemmschwelle der Mitsprache möglichst niedrig zu halten. „Schließlich ist es ein großer Unterschied, ob ich mein Anliegen auf einer großen Versammlung im Bundesverband vortragen muss oder bei mir bekannten, regionalen Ansprechpartnern vor Ort“, erläutert Feld das Vorhaben.

Im Oktober letzten Jahres feilte der Bundesverband an einer Satzungsänderung, die es Landesverbänden grundsätzlich ermöglichen soll, mit dem Bundesverband zu fusionieren. Damals gaben die Vorsitzenden der Landesverbände (mit Ausnahme von NRW) bekannt, dass durch eine Verschmelzung eines Landesverbandes mit dem Bundesverband nicht genügend Kosten eingespart werden könnten, um eine so wesentliche Satzungsänderung zu legitimieren. Vielmehr zeige sich die Notwendigkeit der regionalen Mitgliederbetreuung, wie sie nur die einzelnen Landesverbände sicherstellten.

Dennoch möchten die Vorstände der Landesverbände Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland weitere Allianzen nicht ausschließen: Der neue Landesverband bleibe offen für die Zusammenarbeit und Kooperationen mit anderen Landesverbänden und dem Bundesverband, die zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und zur Verringerung von Kosten führten, heißt es in der Mitteilung. 

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