ARD zeigt Siegfried Lenz‘ »Der Überläufer«

Im Oktober 2014 verstarb mit Siegfried Lenz einer der bedeutendsten Erzähler der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Er wurde unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet und allein von seinem wohl bekanntestes Werk, „Deutschstunde“, wurden mehr 2,3 Millionen Exemplare verkauft. Dass erst im vergangenen Oktober eine Kino-Adaption seines Bestsellers „Deutschstunde“ anlief, verdeutlicht, dass seine Geschichten auch heute noch von Interesse sind.

Ebenso deutlich wurde dies durch den großen Publikumserfolg des postum publizierten Romans „Der Überläufer“. Lenz hatte den Roman, seinen zweiten überhaupt, bereits 1951 geschrieben, aber nie veröffentlicht. Kurz nach dem Erscheinen beim Hoffmann und Campe Verlag, der seit 1951 Lenz‘ Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke publiziert, eroberte „Der Überläufer“ Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Insgesamt hielt sich der Titel 29 Wochen im Ranking.

Während die großen Erzählungen aus Lenz‘ Œuvre zum Teil mehrfach für Kino oder TV adaptiert wurden, lag „Der Überläufer“ bislang nur in (Hör-)Buchform vor. Ein Umstand, der jetzt geändert wird: Die ARD zeigt die TV-Verfilmung von „Der Überläufer“ in zwei Teilen am Mittwoch, 8. April, 20.15 Uhr, und Freitag, 10. April, 20.15 Uhr. Zudem erscheint bei NDR Info ein gleichnamiges Hörspiel zum Buch. Beim HoCa-Imprint Atlantik gibt es darüber hinaus, wie schon bei „Deutschstunde“, eine Filmausgabe von „Der Überläufer“.

Zum Inhalt: Im letzten Kriegssommer 1944 strandet der junge Wehrmachtssoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) bei einem Trupp versprengter deutscher Soldaten in den polnischen Wäldern. Umzingelt von Partisanen, erwartet sie der sichere Tod. Als die Befehle des kommandierenden Unteroffiziers Willi Stehauf (Rainer Bock) immer fragwürdiger werden, beginnt Proska an der Richtigkeit seines Fahneneides zu zweifeln. Doch dann gerät Proska in Kriegsgefangenschaft.

Der Hoffmann und Campe Verlag arbeitet seit 2016 an einer auf 25 Bände ausgelegten Hamburger Ausgabe von Lenz‘ Werk. Als nächstes sind hier die Bände „Fundbüro“ (Mai 2020) und „Die Auflehnung“ (März 2021) angekündigt.

 

Kommentare

1 Kommentar zu "ARD zeigt Siegfried Lenz‘ »Der Überläufer«"

  1. Ich finde den Film für sich gesehen gut, aber wenn ich die Besprechungen lese, die sich mit Film und Buch befassen, muss ich manchmal annehmen, dass die Autoren entweder das Buch nicht gelesen oder nur den 1. Teil des Films gesehen haben. Denn nur insoweit handelt es sich um eine Verfilmung des Romans. Der Rest ist eine sehr freie, vom Buch weitgehend losgelöste Geschichte.Ob Lenz damit einverstanden gewesen wäre, kann er uns leider nicht mehr sagen.

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