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Am besten gar kein DRM

Der stationäre Buchhandel steht vor erheblichen Schwierigkeiten, am E-Book-Verkauf zu partizipieren, weil es nicht sehr nahe liegt, mit USB-Stick, E-Reader oder anderem mobilen Gerät in eine Buchhandlung zu gehen, um ein E-Book zu kaufen, als sich schnell bei einem Onlineshop eine Datei herunterzuladen. Deshalb appelliert der Sortimenterausschuss des Börsenvereins an die Verlage, keine zusätzlichen Schwellen einzubauen durch komplizierte und im Verkauf zeitaufwendige Kopierschutzverfahren in Form von Digital Rights Management (DRM): „Am besten gar kein, vor allem kein ,hartes’ DRM.“

Bei „hartem“ DRM liegt ein technischer Kopierschutz vor, der das E-Book (z.B. PDF- oder Epub-Datei) verschlüsselt und den Zugriff nur über eine spezielle Software erlaubt. Beim „weichen“ DRM wird das Dokument mit einem digitalen „Wasserzeichen“ versehen und etwa der Name des Käufers im Dokument sichtbar, sodass eine psychologische Schwelle besteht, dass der Käufer eher keine Kopien fertigt und weitergibt.

Die Buchhändler kritisieren an den DRM-Verfahren:

  • Der Händler stelle den Kunden unter Generalverdacht, dass ihm nicht vertraut werden kann.
  •  Das Verfahren, das eine Buchhandlung durchführen muss, um einem Kunden ein mit „hartem“ DRM versehenes Buch zu verkaufen, sei für den Buchhändler ebenso kompliziert und zeitaufwändig wie für den Endkunden; als Resultat erhalte der Käufer immer noch kein lesbares Buch, sondern lediglich eine auf einem Speichermedium abgelegte Steuerdatei, die er erst zu Hause auf seinen Rechner übertragen muss, um das E-Book erstellen zu können.
  • Beim „weichen“ DRM könne der Buchhändler dem Käufer zwar immerhin direkt ein E-Book erstellen, was aber ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt. Zusätzlich müsse der Name des Kunden erfragt werden, damit die entsprechende Personalisierung vorgenommen werden kann.

Überschrieben ist der Appell an die Verlage mit „ Barrierefreier Einkauf für E-Books“.

Kommentare

2 Kommentare zu "Am besten gar kein DRM"

  1. Thomas Bergfeld | 3. Mai 2010 um 0:19 | Antworten

    Ich finde es gut, ebooks im stationären Buchhandel ohne DRM zu verkaufen, da kommen sie den herkömmlöichen Büchern nach und der Buchhandel nimmt aktiv am elektronischen Buch Teil. Außerdem muß der Kunde nicht seine Bankdaten und ander persönliche Daten im Internet bekanntgeben.

  2. Kein Mensch wird wegen einem E-Book kauf in einem Buchhandel gehen.
    Ältere Menschen schon gar nicht.

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