Köselsche Buchhandlung in Köln muss schließen

Aus nach 98 Jahren: Ab dem 1. April startet der Räumungsverkauf in der Köselschen Buchhandlung (Foto: Thomas Banneyer), am 30. April wird das direkt am Dom in Köln gelegene Geschäft geschlossen. Aufgrund befristeter Mietverträge wurde die Zukunft für die Buchhandlung zunehmend unsicher, berichtet Inhaberin Hildegard Barth.

Eine der traditionsreichsten christlichen Buchhandlungen Deutschlands ist schon bald Geschichte: Die Köselsche in Köln muss schließen, knapp zwei Jahre vor ihrem 100. Geburtstag. Das direkt am Dom gelegene Geschäft wird Ende April für immer zugesperrt, auch für die angeschlossene Verkaufsstelle im Römisch-Germanischen Museum ist Ende Juni Schluss.

Auslöser für die Schließung ist die von der Stadt Köln und der Hohen Domkirche geplante architektonische Neugestaltung des südlichen Dombereiches am Roncalliplatz zu einer „historischen Mitte“. Dabei soll auch das Kurienhaus abgerissen werden, in dem die Köselsche eine zuletzt 230 qm große Fläche angemietet hat.

Als 2009 beschlossen wurde, dass das Gebäude einem Neubau weichen muss, hatte Inhaberin Hildegard Barth die erste Kündigung erhalten, seitdem gab es nur noch befristete Mietverträge mit ein- bis zweijähriger Laufzeit. „In einer solchen Situation waren sinnvolle Investitionen nicht mehr möglich“, berichtet die 65-Jährige, die als langjährige Mitarbeiterin (seit 1975) und Geschäftsführerin (seit 1995) die Köselsche 2005 im Zuge eines Management-Buy-outs vom Kösel Verlag übernommen hatte.

Ein Standortwechsel kam für Barth aus Altersgründen nicht in Frage, und auch für die insgesamt 11 Mitarbeiter, allesamt zwischen 50 und 60, denen Barth das Geschäft überlassen wollte, war das Risiko eines Neuanfangs zu hoch. Das Rechnungsgeschäft, das ein Drittel des gesamten Umsatzes ausmacht, hat Barth an den Altenberger Dom-Laden übergeben. Für Barth ist es ein endgültiger Abschied von der Buchbranche: „Ich bin raus.“

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