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Verbundgruppen gewinnen im Handel weiter an Gewicht. Das gilt auch für die Allianz Buchwert, die mit Wachstumswerten ins neue Jahr startet:

  • Im vergangenen Jahr hat Buchwert 40 neue Buchhandelspartner gewonnen, in der ersten Januarwoche wurden weitere 6 Buchhandlungen in die Riege aufgenommen. Damit zählen jetzt 190 Partnerbuchhändler mit fast 300 Verkaufsflächen zum Verbund.
  • Auch die Zahl der partizipierenden Verlage, die Teilnahme an Aktionen mit Titeln aus ihren Programmen wird mit Sonderkonditionen belohnt, ist nach Angaben von Buchwert auf 86 Unternehmen gestiegen.

Zum Service-Portfolio gehören auch Regionalbetreuer, die angeschlossenen Buchhandlungen vor Ort beratend unter die Arme greifen. Angeboten werden Hilfen bei Themen wie Unternehmensführung, Marktpositionierung, Arbeitsabläufe und Organisation. Seit Ende 2018 gibt es auch einen Notfallordner, der mit Tipps und Anleitungen, Formularen und Checklisten dafür sorgen soll, dass Buchhandlungen mögliche Krisensituationen weitgehend unbeschadet überstehen.

 

Buchwert

Rechtsform: GmbH

Geschäftsführer: Michael Rosch

Sitz: Bielefeld

Web: www.buchwert-service.de

  • Die Verbundgruppe wurde 2014 von den Abrechnungsspezialisten DZB Bank/BAG und der Genossenschaft EK/Servicegroup gegründet.
  • Ihr gehören 190 Partnerbuchhandlungen mit fast 300 Verkaufsflächen an.
  • Buchwert kooperiert derzeit mit 86 Partnerverlagen.
  • Zentraler Wareneingang in Kooperation mit dem Barsortiment KNV.

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Die deutschen Buchfilialisten haben nach Flächenkorrektur und Stabilisierung in den vergangenen Monaten wieder mehr Filialen eröffnet. Sie haben vor allem die Arme ausgebreitet, um sich als Nachfolgelöser von Standortbuchhändlern zu empfehlen. Dieser fortschreitende Strukturwandel wurde im November im buchreport-Filialatlas als „Phase 6: Neue Expansion“ überschrieben. Seit Anfang Januar lautet die zutreffendere Headline: Die ganz große Konzentration“.

Denn jetzt regelt die Mayersche-Familie Falter ihre Nachfolge und erschüttert die Branche. Mayersche-Chef Hartmut Falter (54) bringt seine Filialen und Geschäftsfelder beim Großfilialisten Thalia ein, wird dort geschäftsführender Gesellschafter, um zusammen mit dem befreundeten Thalia-CEO Michael Busch (54) das ganz große Rad zu ...

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B.O.B-Fläche in Dortmund-Aplerbeck (Foto: B.O.B)

Wenn die Mayersche und ihre Nebenmarkttochter Best of Books (B.O.B) mit Thalia verschmolzen wird, peilen die Geschäftsführer Michael Busch und Hartmut Falter auch in diesem Geschäftsfeld die Marktführerschaft an. Das hieße BuchPartner abzulösen, der zuletzt angeschlagen wirkte und nach einem kurzen Zwischenspiel unter dem Bastei Lübbe-Dach seit Mitte 2018 wieder in Alleinregie von der Familie Gellert geführt wird.

Auch Verlage lassen durchblicken, dass sich das von Andrea Weiß geleitete B.O.B-Geschäft ...

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▪ Die Thalia-Mayersche-Allianz würde den Buchmarkt in Nordrhein-Westfalen massiv dominieren.

▪ Das Bundeskartellamt dürfte deshalb erneut den Wettbewerb im Buchmarkt gründlich analysieren.

▪ Erfahrungsgemäß werden dazu auch zahlreiche andere Händler sowie Verleger vernommen.

Dem Zusammenschluss der Buchhandelsunternehmen Thalia und Mayersche inkl. Best of Books (B.O.B) müssen noch die Fusionskontrolleure zustimmen. Weil Thalia mehr als 500 Mio Euro im Jahr umsetzt, sind alle Übernahmen/Fusionen, an denen Thalia beteiligt ist, kontrollpflichtig. Lediglich Übernahmen von Unternehmen, die weniger als 10 Mio Euro umsetzen, werden als „Kleinigkeit“ (De-minimis-Klausel) nicht geprüft.

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Wie kann man Menschen fürs Lesen gewinnen und mit ihnen als Buchhändler ins Gespräch kommen? Jana Krauß (Art Goreliz) hat dafür eine besondere Aktion gestartet: Sie ruft Lesewillige in 2019 zu einer Lese-Challenge auf. Die Details:

  • Krauß hat Leselisten mit verschiedenen Kategorien erstellt, wie „Buch mit sechs Worten im Titel“, „Roman, der verfilmt wurde“ oder „Werk eines von dir geschmähten Genres“.
  • Lese…

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Die Fusion des deutschen Marktführers Thalia mit der NRW-Kette Mayersche führt auch zu der Frage, wie die beiden eingeführten Marken weitergeführt werden:

  • Obwohl beide Ketten in Nordrhein-Westfalen stark präsent sind, sind derzeit keine Schließungen geplant.
  • Das Buchhandelsnetz soll weiter ausgebaut werden.
  • Über die Fortführung der kleineren, aber im Westen gut eingeführten Marke „Mayersche“ ist noch nicht entschieden.

Das Thema Marke wurde bei den Verschmelzungsverhandlungen ausgeklammert. Thalia-CEO Michael Busch verweist in dem Zusammenhang auf „eine gewisse Flexibilität“: Im Joint Venture Orell Füssli Thalia in der Schweiz ist Thalia dort auf die regional stärkere Marke Orell Füssli eingeschwenkt.

 

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Das süddeutsche Buchhandelsunternehmen Osiander hat auf die Verschmelzungspläne von Thalia und der Mayerschen reagiert. Mit Blick auf die seit 2015 bestehende strategische Allianz zwischen den beiden Regionalfilialisten Osiander und Mayersche erklärt die Geschäftsführung, zunächst würden alle bereits beschlossenen Projekte fortgeführt, beispielsweise die gemeinsame SAP-Einführung. „Die bestehenden freundschaftlichen Kontakte zwischen der Mayerschen und Osiander ermöglichen das“, betonen die Tübinger.

In den eigenen strategischen Linie fühlt sich die Osiander-Chefriege bestärkt: „Vor dem Hintergrund der veränderten Marktbedingungen hat sich die Wachstumsstrategie von Osiander als richtig erwiesen und wird weitergeführt.“ Durch die Entscheidung der Mayerschen werde die Position von Osiander am Markt als unabhängiges Familienunternehmen gestärkt.

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Größte Buchhändler Europas: Mayersche-Chef Hartmut Falter (l.) und der geschäftsführende Thalia-Gesellschafter Michael Busch feiern die Verbrüderung ihrer Unternehmen. (Foto: John M. John/ www.johnmjohn.de)

Der deutschsprachige Buchmarktführer Thalia (ca. 300 Filialen) und der nordrhein-westfälische Regionalfilialist Mayersche (55 Filialen) schließen sich zusammen. Zum Paket gehört auch die Mayersche-Tochter B.O.B, die zahlreiche Nebenmärkte vor allem im Lebensmittelhandel mit Buchflächen bespielt (SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Supermärkte und Drogerien).

Die Unternehmen Mayersche/B.O.B und Thalia werden gesellschafts-rechtlich integriert, heißt es in der Mitteilung der Unternehmen. Der bisherige Thalia-Gesellschafterkreis, bestehend aus den Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz, wird um die Familie Falter erweitert. Hartmut Falter wird zweiter geschäftsführender Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung von Thalia. Das Mayersche-Stammhaus in Aachen verbleibt weiterhin bei der Familie Falter.

Hartmut Falter soll weiterhin die Mayersche KG mit Best Of Books direkt führen, die Integration der beiden Unternehmensgruppen leiten und die Verantwortung für den Bereich Unternehmensentwicklung für das Gesamtunternehmen übernehmen. Die Mayersche-Zentrale in Aachen bleibt erhalten und soll zukünftig Serviceaufgaben des gemeinsamen Unternehmens übernehmen. Neben den stationären Standorten soll auch das Online-Geschäft zukünftig gemeinsam vorangetrieben werden.

Begründung der Elefantenhochzeit: »veränderte Rahmenbedingungen«

Begründet wird das Zusammengehen der beiden Unternehmen mit den veränderten Rahmenbedingungen im Buchhandel. Dafür seien zukunftsweisende Konzepte und Allianzen notwendig, um weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren: „Thalia und die Mayersche verschmelzen zu einem innovationsstarken Buchhändler, der nicht nur für eine hohe Marktpräsenz steht, sondern auch für das im internationalen Vergleich erfolgreichste Omni-Channel-Buchhandelsunternehmen“, sagt Michael Busch. Der Zusammenschluss sei zugleich ein klares Signal für die Branche: „Wir setzen auf beständige Allianzen, denn wir im deutschen Buchhandel sind erfolgreicher, wenn wir gemeinsam handeln.“

Der Zusammenschluss steht unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Die Behörde hatte in der Vergangenheit den (mittlerweile wieder aufgelösten) Zusammenschluss von Weltbild und Hugendubel zur DBH, verbunden mit der Übernahme von Regionalfilialisten, nur mit Auflagen durchgewunken. Zum Teil mussten gemeinsame Standorte aufgegeben werden.

In der buchreport-Übersicht Die größten Buchhandlungen wurden die Brutto-Umsätze von Thalia auf 950 Mio Euro geschätzt, die Mayersche (ohne B.O.B) auf 155 Mio Euro. Zu Thalia gehören auch Buchhandlungen in Österreich und eine 50%-Beteiligung an Orell Füssli Thalia in der Schweiz.

 

 

 

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(Foto: Dagmar Morath)

Inger-Maria Mahlke, die 2018 für ihren Roman „Archipel“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, über ihre aktuelle Lektüre:

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich habe angefangen, Andreas Martin Widmanns „Messias“ zu lesen, in dem es um eine Familie aus dem Frankfurter Raum geht, drei Menschen, die etwas suchen, das sie aus ihrer Mittelstandsexistenz herausheben würde: Das wirkt zunächst alles sehr normal, aber unter der Oberfläche lauert irgendwas, Abstürzen oder Neuanfang. Mal sehen.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Ich mochte schon seinen vorherigen Roman „Die Glücksparade“ sehr, die feine Zeichnung zwischenmenschlicher Dynamik auf einem Campingplatz, auf dem eine neue Verwalterfamilie einzieht. Die präzise Sprache, mit der von den winzigen Anzeichen sozialen Abstiegs erzählt wird.

Was gefällt Ihnen an dem Buch?

Die genauen Beobachtungen menschlicher Eigenheiten. Martin Widmanns Figuren sind hochkomplex, fein erzählt, mit viel Gespür für das Sich voreinander- und Vor-sich-selbst Verstellen. Und das alles verbunden mit einem großartigen englischen Humor.

Andreas Martin Widmann Messias, 448 S., 23,00 €, Rowohlt, ISBN 978-3-498-04700-9