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Lukas Linder über »Der Letzte meiner Art«

In den aktuellen Herbstprogrammen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt zwölf dieser Nachwuchsschriftsteller in Steckbriefen vor. Heute: Lukas Linder, der im Oktober bei Kein & Aber seinen Erstling „Der letzte meiner Art“ vorlegt.

 

Mein Roman in drei Sätzen

Der Roman erzählt die Geschichte eines jungen Mannes aus reicher, nicht besonders lebensfähiger Familie. Da er zu höflich ist, um seine eigenen Träume zu verwirklichen, verwirklicht er die Träume seiner Mitmenschen. Sein Mimikry-Leben wird auf die Probe gestellt, als er Ruth kennenlernt, die ausgezeichnet Flamenco tanzt und darüber hinaus einen hervorragenden Kartoffelsalat zubereitet. Ein Roman, wie gemacht für eine Nacht am offenen Kamin. (Ah, das sind ja schon vier Sätze!)

Lukas Linder, geboren 1984 im Kanton Zürich, studierte Germanistik und Philosophie in Basel. Er ist Dramatiker, schrieb unter anderem für das Theater Basel und wurde mit mehreren Preisen, darunter dem Kleist-Förderpreis und dem Pub­likumspreis des Heidelberger Stücke­markts, ausgezeichnet. „Der Letzte meiner Art“ ist sein erster Roman. (Foto: Dominique Meienberg)

Mein Weg zu Kein & Aber

Ich habe das Manuskript der damaligen Verlagspraktikantin zugeschickt, mitsamt einem sympathischen Begleitschreiben, in dem unter anderem die Ausdrücke „Meisterwerk“, „solltet ihr euch nicht entgehen lassen“ und „bin gerne bereit, mich an den Druckkosten zu beteiligen“ vorkamen. Überraschenderweise ließ sich die Frau dadurch nicht beirren und leitete das Manuskript tatsächlich weiter. Einige Zeit später erhielt ich eine E-Mail von Lektorin Sara Schindler.

Das Verdienst meiner Lektorin

Abgesehen davon, dass sie damals in einem Anfall irrationaler Gönnerhaftigkeit mein Manuskript nicht sofort geschreddert hat: Meine Lektorin Sara Schindler hat ein unglaublich feines Gespür dafür, was ich kann und was ich nicht so gut kann. Mit ihren einfühlsamen, klugen Kommentaren hat sie mir geholfen, das Buch zu schreiben, das ich tatsächlich schreiben wollte.

Mein Eindruck vom Literaturbetrieb

Eine Stehparty. Alle warten auf die warmen Häppchen oder Maxim Biller.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Die Buchhandlung Calligramme in Zürich.

Meine Lieblingsautoren

Bruno Schulz. Emmanuel Bove. Die Kirchenväter.

So lese ich

Das Buch, das ich gerade lese, ist immer mein absolutes Lieblingsbuch und das beste Buch, das je geschrieben wurde. Diese bedeutende Erkenntnis kann ich unmöglich für mich behalten. Ich muss sie mit meinen Mitmenschen teilen. Ich erzähle ihnen so lange von dem Buch, das ich gerade lese, bis sie eine billige Ausrede erfinden, wie zum Beispiel: „Da fällt mir ein. Ich muss ja meine Tochter vom Kindergarten abholen.“ Nachdem sie davongestürmt sind, fällt mir ein, dass sie ja gar keine Tochter haben. Lesen macht einsam. Darüber reden macht einsamer.

Schreiben ist für mich

Ein kleiner Tropfen Freude in dem Schierlingsbecher namens Leben. Oder: Es ist immerhin etwas, was ich mehr oder weniger fehlerfrei beherrsche.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Diktiere ich meine Memoiren.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Wir haben uns für dieses Debüt entschieden, da es einem schon von der ersten Seite an mit seinem außergewöhnlichen, melancholischen Witz berührt und man sich der Hauptfigur sofort nahe fühlt.

Welche Rolle spielen Debütanten für Ihr Programm?

Als Autorenverlag ist es für uns seit jeher zentral, Debüts zu publizieren, neue Autoren zu entdecken, aufzubauen und so zu begleiten, dass sie die verdiente Aufmerksamkeit bekommen.

Sara Schindler, Lektorin bei Kein & Aber

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