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Caroline Rosales über »Das Leben keiner Frau«

Autorin Caroline Rosales, geboren 1982 in Bonn, ist Autorin mehrerer Sachbücher und Redakteurin der „Zeit“-Magazine bei „Zeit“-Online. Im Jahr 2019 erschien bei Ullstein ihr autobiografisches Buch „Sexuell verfügbar“, in dem sie über ihr Aufwachsen als Mädchen und ihr Frausein im Spiegel von Alltagssexismus und Missbrauch schrieb. Im selben Verlag erscheint auch ihr erster Roman „Das Leben keiner Frau“. (Foto: Annette Hauschild/Ostkreuz)

In den aktuellen Herbst-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 18 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Caroline Rosales und ihre erster Roman „Das Leben keiner Frau“ (Ullstein).

Mein Roman in drei Sätzen

Melanie, eine 50-jährige Frau, lästert, raucht, trinkt zu viel, pflegt ihre Essstörung, wünscht ihrer jungen Kollegin eine seltene unheilbare Krankheit an den Hals, trauert noch Jahre nach der Scheidung ihrem Ex-Mann hinterher und verliert sich in faden Affären. Im Grunde also das Leben (k)einer ganz normalen Frau.

Mein Weg zu Ullstein

S-Bahn Friedrichstraße, fünf Gehminuten zu Fuß. Nein, Scherz beiseite. Ein Anruf vor drei Jahren aus dem Nichts. Man sollte sich mal kennenlernen. Seitdem sind zwei Bücher erschienen, die schon laufen, sprechen und Fahrrad fahren können.

Das Verdienst meiner Lektorin

Katrin Fieber strahlt selbst in ihrer größten Euphorie eine große Ruhe aus. Sie ermutigt, ohne zu drängen, und hört zu, ohne zu fordern. Und sie lacht meistens, wenn ich lache. Was kann ich mehr sagen.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Dass es sehr viel harte Arbeit kostet, ein Teil davon zu werden und zu bleiben. Und das am Ende doch alles wieder von Timing und der großen Unbekannten Glück abhängt.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Die eine gibt es nicht. Aber natürlich liebe ich die Buchhandlung Ocelot in Berlin-Mitte, die Buchhandlung Geistesblüten in Charlottenburg und die meiner Schwägerin, die Buchhandlung Bindernagel in Friedberg.

Meine Lieblingsautoren

Virginie Despentes, Mario Vargas Llosa, Gabriel García Márquez, Gustave Flaubert, Benoîte Groult, Sibylle Berg, Paolo Giordano, Leif Randt. So viele erst einmal nach dem ersten Überfliegen der Bücherregale.

Debütantinnen und Debütanten– im buchreport.magazin 07-08/2021

So lese ich

Beruflich aus Zeitmangel quer, im Urlaub fasziniert-neidisch langsam, im Zug mit vielen Unterbrechungen und vorbeifliegenden Kühen und Kirchtürmen.

Schreiben ist für mich

Exil und Königreich.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Wenn ich keine Bücher schreibe, dann schreibe ich für meinen Beruf als Redakteurin bei den „Zeit“-Magazinen und wenn ich frei habe, dann lese ich mit meinen drei Kindern Bücher und denke ich an das, was ich aufschreiben will.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

„Das Leben keiner Frau“ ist ein kraftvolles literarisches Debüt, klug, voller Witz, auch böse. Und voller Herz. Es ist das gelungene Porträt einer Fünfzigjährigen, die so gut beschrieben ist, dass bisher jede Frau – egal, welchen Alters – etwas von sich in dieser Figur wiedergefunden hat. Und das macht dieses Buch so aufregend, in Kombination mit der drängenden Frage, wie will ich denn leben? Melanie macht alles richtig, bis alles schief läuft, sie ihr Leben vor die Wand fährt. Und so ist sie eine umwerfenden Antiheldin – und die sind selten!

Katrin Fieber, Lektorin

Kommentare

2 Kommentare zu "Caroline Rosales über »Das Leben keiner Frau«"

  1. Buchhandlung „Geistesblüten“??? Nicht „Geisterblüten“???

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