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US-Buchbranche rechnet das 1. Halbjahr gemischt ab

Die Zwischenbilanz des US-Verlegerverbands für das 1. Halbjahr fällt mit einem leichten Umsatzminus von 1,4% in toto zwar eher ernüchternd aus, aber: Die Zahlen, die für die Publikumsverlage ermittelt wurden, sind durchweg positiv. Nachfolgend die wichtigsten Daten, die die Association of American Publishers (AAP) im Rahmen ihres umfassenden „Stat-Shots“-Report veröffentlicht hat:

  • Der Umsatz der Publikumsverlage mit Printbüchern lag insgesamt um 3,6% über dem vergleichbaren Zeitraum 2017.
  • Allgemeine Literatur (Belletristik und Sachbuch) wuchs sogar um 4,2%.
  • Für Kinder- und Jugendbücher gab es ein kleines Plus von 0,3%.
  • Hörbücher sind erneut zweistellig gewachsen (+34,4%).
  • Bei den Printformaten hat das Hardcover um 5,8% gewonnen, Paperbacks/Mass Market kamen auf lediglich +1,1%.

Das Minus beim Gesamtumsatz begründet der Verband vor allem mit dem Rückzug vieler Bildungsverlage aus dem Markt für Lernmaterialien für Schüler, der zunehmend unter der Migration zum Online-Lernen leidet. Der Umsatzrückgang in diesem Segment lag bei 13,6%. Insgesamt hat das Schulbuch im 1. Halbjahr 7,7% eingebüßt.

Die AAP-Zahlen decken sich in weiten Teilen mit den Zwischenbilanzen großer US-Publikumsverlagsgruppen, durch deren Geschäftsberichte sich wie ein roter Faden die weiter gefestigte Nachfrage nach gedruckten Büchern, boomende Audiobooks sowie das schwächelnde E-Book zieht:

  • Keiner war in der ersten Jahreshälfte besser als HarperCollins, der sich beim Umsatz um 13,7% auf 888 Mio Dollar verbessert hat.
  • Wechselkursschwankungen waren laut CEO Markus Dohle in erster Linie dafür verantwortlich, dass Penguin Random House ein Umsatzminus von 3,3% abgerechnet hat.
  • Bei der zur französischen Lagardère Publishing gehörenden Hachette Book Group geht das Plus von 1,4% nicht zuletzt auf das Konto überraschend starker Umsätze mit der Backlist.
  • Die Umsätze von Simon & Schuster waren stabil auf Vorjahresniveau.

Barnes & Noble im Frühsommer-Quartal 2018

Die vergleichsweise gute Stimmung im Lager der Verleger nach der Abrechnung des 1. Halbjahrs 2018 spiegelt sich bei Barnes & Noble nicht wider. Nach einem schwachen Geschäftsjahr 2017/18 (30. April), das dem größten Standortbuchhändler der USA ein Umsatzminus von 6% gebracht hat, ist auch das neue Geschäftsjahr stotternd aus den Startlöchern gekommen:

  • Das 1. Quartal (Mai/Juni/Juli) hat der angeschlagene Buchfilialist mit einem Umsatzminus von 6,9% auf 794,8 Mio Dollar beendet.
  • Der Bereich Retail, also die Ladenkette und der Online-Shop BN.com, lag zwischen Mai und Juli um 6,5% zurück.
  • Das Nook-Digitalgeschäft ist mit –14,2% noch weiter abgestürzt und hat gerade einmal noch 25,3 Mio Dollar beigesteuert.
  • Unterm Strich stand ein Verlust in Höhe von 16,2 Mio Dollar.

Und dennoch verbreitete das aktuelle Führungstrio von Chairman Len Riggio, Chief Merchandising Officer Tim Mantel (hoch gehandelt als neuer CEO) sowie Finanzchef Allen Lindstrom bei der Präsentation der Zahlen deutlich mehr Optimismus als bei früheren Anlässen, schreibt das US-Branchenblatt „Publishers Weekly“:

  • Die drei Manager sehen seit Anfang Juli eine behutsame Trendwende mit steigenden Umsätzen und bauen darauf, dass diese mit dem sich nähernden Weihnachtsgeschäft weiter an Fahrt aufnehmen wird.
  • Besonders gut und über den Erwartungen entwickelt sich das neue Online/Offline-Bestellkonzept, das es Kunden ermöglicht, bei BN.com zu bestellen und die Ware in einer Filiale ihrer Wahl abzuholen.

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