Was die Karstadt-Kaufhof-Fusion für den Buchhandel bedeutet

Buchpräsentation in einer Kaufhof-Filiale

Die Krise der Warenhäuser mündet in eine Fusion: Schon lange greift der Karstadt-Eigentümer Signa nach Kaufhof, um die beiden marktführenden Warenhausketten zusammenzulegen. Jetzt werden die Übernahmepläne Realität: Die Banken haben einer Fusion der Unternehmen zugestimmt, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“). Durch die Fusion entstehe – mit mehr als 30.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 5 Mrd Euro – der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas nach dem spanischen Unternehmen El Corte Inglés.

Die Einzelheiten laut Recherche der „SZ“:

  • Der Fusionsvertrag zwischen Signa und der Kaufhof-Mutter, der kanadischen Hudson’s Bay Company (HBC), soll schon bis zum Ende der kommenden Woche unterzeichnet werden.
  • Signa wird die Mehrheit an dem Joint Venture halten und das gesamte Management stellen.
  • Angesichts der tiefroten Zahlen bei Kaufhof sollen etwa 5000 der rund 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Eine Jobgarantie gebe es nicht, stattdessen sollen Sozialpläne erstellt werden, so die „SZ“. „Auf die verbleibenden Mitarbeiter kommt ein Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen zu.“

Kochbücher bei Kaufhof

Und was bedeutet die Karstadt-Kaufhof-Fusion für den Buchhandel?

Nach derzeitigem Stand gibt es zwei Aspekte:

  • Innenstadthandel: Warenhäuser sind zwar längst keine Kunden-Magneten und Frequenzbringer mehr, sollten aber im Zuge der Fusion Standorte aufgegeben werden, werden die damit verbundenen Leerstände den Innenstadthandel nicht beflügeln. Buchhandlungen in der Nachbarschaft einer aufgegebenen Warenhausfläche könnten ein zusätzliches Frequenzproblem bekommen.
  • Warenhausbuchhandel: Ältere Branchenteilnehmer erinnern sich, dass die Warenhäuser mal eine große Nummer und (vor der Bildunge der großen Buchketten Thalia, Hugendubel und Weltbild) sogar die größten Buchhändler in Deutschland waren – allein durch die Vielzahl der Standorte und der damals durchaus mit Ambition gepflegten Buchabteilungen. Das ist Vergangenheit. Karstadt hat vor einigen Jahren die eigenen Buchabteilungen sukzessive aufgelöst und Flächen für Buchangebote an Weltbild beziehungsweise die von Weltbild und Hugendubel betriebene DBH abgegeben. Nach der Weltbild-Pleite und DBH-Auflösung ist Hugendubel der Buchanbieter in Karstadt-Häusern, überwiegend mit einem Kompaktkonzept 30 qm kleiner Selbstbedienungsflächen. Kaufhof hat sein Buchangebot ebenfalls über die Jahre reduziert, aber soweit bekannt in Eigenregie weiterbetrieben.

Die interessante Frage: Kommt unter Karstadt-Führung auch bei Kaufhof das Outsourcing-Modell à la Hugendubel zum Zuge?

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