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»Was läuft bei der Wissenschaft gerade schief, Herr de Kemp?«

Arnoud de Kemp (74) veranstaltet seit 13 Jahren jeweils im Januar die Fachkonferenz APE Academic Publishing in Europe, die sich mit der Entwicklung der Wissenschaftskommunikation und insbesondere mit Open Access beschäftigt. Im Interview spricht er über das politisch forcierte Open-Access-Modell, das in den Verhandlungen der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit großen Verlagen („Projekt Deal“) nicht entscheidend vorankommt.

 


Arnoud de Kemp (Foto: Edwin de Kemp)


Arnoud de Kemp (74) veranstaltet seit 13 Jahren jeweils im Januar die Fachkonferenz APE Academic Publishing in Europe, die sich mit der Entwicklung der Wissenschaftskommunikation und insbesondere mit Open Access beschäftigt. Im Interview spricht er über das politisch forcierte Open-Access-Modell, das in den Verhandlungen der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit großen Verlagen („Projekt Deal“) nicht entscheidend vorankommt.
Open Access ist die Zukunft: Diesen Eindruck haben Ihre APE-Konferenzen vermittelt. Was läuft da jetzt schief?
Vorangeschickt: Das ist alles sehr komplex, der Knoten ist kaum durchzuschlagen. Dazu gehört, dass offenbar die wenigsten verstehen, was die Wissenschaftsverlage leisten. Stattdessen gibt es im Wissenschaftsbetrieb eine Art Graswurzelbewegung, in der das, was kommerzielle Verlagsunternehmen tun, ausgesprochen kritisch betrachtet wird.
Weil Verlage mit Wissenschaft gute Geschäfte machen?
Ja, und das zielt vor allem auf Elsevier, der hohe Gewinne ausweist, die allerdings nicht nur aus den Geschäften mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen kommen. Es hat sich jedenfalls eine Anti-­Elsevier-Stim­mung aufgebaut. Auf der jüngsten APE-Tagung hat Prof. Martin Grötschel noch einmal die „grotesken Profitmargen im Verlagswesen“ attackiert.
Grötschel gehört zur Kommission, die jetzt die „Deal“-Verhandlungen mit Elsevie…
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