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»Ein bisschen wie Netflix, aber Hörbücher sind anders«

Seit einem knappen halben Jahr ist BookBeat mit seiner Hörbuch-Flat­rate auf dem deutschen Markt vertreten. Das Tochterunternehmen der schwedischen Bonnier-Gruppe, das in Schweden und Finnland bereits 2016 mit E-Books und Hörbüchern online gegangen ist, will in Deutschland mit einem rein aufs Hörbuch spezialisierten Angebot neue Zielgruppen fürs Medium gewinnen. Viele Hörbuchverlage begrüßen zwar grundsätzlich den Einstieg des neuen Anbieters im Digitalmarkt, der von der Amazon-Tochter Audible mit ihrem Download-Angebot dominiert wird, aber es gibt auch Skepsis speziell gegenüber dem Streaming-Geschäftsmodell.

Kathrin Rüstig leitet das Deutschlandgeschäft von BookBeat und erklärt im Interview, warum sich Streaming für Verlage und Urheber lohnen kann.

Expertise im Digitalvertrieb: Kathrin Rüstig (50) ist Mitte Januar dieses Jahres zu BookBeat gewechselt, nachdem sie zuvor 13 Jahre lang in leitender Funktion bei der Amazon-Tochter Audible tätig war. Als Director Publisher Relations verantwortet sie den Ausbau und die Weiterentwicklung des Streaming-Portals in Deutschland. (Foto: BookBeat)

BookBeat ist seit Herbst 2017 in Deutschland am Markt. Wie lautet Ihre erste Bilanz?

Wir lernen noch, um den Markt zu verstehen, aber wir können bereits eine gute Dynamik feststellen und auch eine positive Resonanz bei den Verlagspartnern. Das dürfte damit zusammenhängen, dass wir uns ausschließlich aufs Hörbuch konzentrieren. Es gibt keinen Wettbewerber, der eine Flatrate allein für Hörbücher anbietet. Damit sprechen wir die wirklich Hörbuchbegeisterten gezielt an. Es sind diejenigen, die nicht nur ab und zu mal in ihrem Musikstreaming-Service in ein Hörbuch oder Hörspiel reinhören wollen, sondern auf hörbuchspezifische Benutzerfreundlichkeit Wert legen, auch auf redaktionelle Tipps und Empfehlungen. Diese Lücke besetzen wir und wollen das jetzt ausbauen, indem wir noch mehr Titel anbieten als die bislang rund 20.000 deutschsprachigen.

Streaming im Audiobereich funktioniere am besten in Märkten, in denen es keine etablierte Audiostruktur gibt, heißt es. Spricht das nicht gegen einen Einstieg in den deutschen Markt?

Es stimmt, wir haben in Deutschland einen sehr etablierten Hörbuchmarkt, der weltweit einer der interessantesten ist. Dies erschwert aber nicht den Markteintritt, sondern das Gegenteil ist der Fall! In Skandinavien z.B. ist der Hörbuchmarkt durch die Transformation zum Digitalen größer als je zuvor, weil neue Kundengruppen durch Streaming gewonnen wurden. Ein großer existierender Katalog an Hörbüchern ist entscheidend, wenn man mit einem solchen Service startet. Deshalb ist auch Deutschland mit seiner langen Hörbuchtradition ein perfekter Markt für uns.

Das Digitalgeschäft beherrscht Amazon-Tochter Audible mit seinem Download-Modell. Können Sie dieser Marktdominanz etwas entgegensetzen?

Wir sind nicht angetreten, um anderen Playern Kunden wegzunehmen, sondern wir wollen neue Zielgruppen erreichen, die das Hörbuch noch nicht für sich entdeckt haben. Streaming und Download sind zwei vollkommen unterschiedliche Businessmodelle, die beide ihre Berechtigung haben. Ein Download-to-own, bei dem der Kunde Hörbücher im Rahmen eines Abonnements kauft und dann besitzt, so wie es Audible praktiziert, funktioniert ja auch sehr gut in Deutschland. Wir wenden uns mit unserem Flatrate-Modell an ganz andere Kunden, vor allem an eine etwas jüngere, sehr stark weiblich dominierte Zielgruppe. Das sind zumindest die Erfahrungen, die wir in Schweden gemacht haben und die sich ähnlich auch in Deutschland abzeichnen: Drei Viertel unserer Kunden sind Frauen, die sich für ihren Alltag bewusst für ein anderes Modell der Mediennutzung entscheiden…


Seit einem knappen halben Jahr ist BookBeat mit seiner Hörbuch-Flat­rate auf dem deutschen Markt vertreten. Das Tochterunternehmen der schwedischen Bonnier-Gruppe, das in Schweden und Finnland bereits 2016 mit E-Books und Hörbüchern online gegangen ist, will in Deutschland mit einem rein aufs Hörbuch spezialisierten Angebot neue Zielgruppen fürs Medium gewinnen. Viele Hörbuchverlage begrüßen zwar grundsätzlich den Einstieg des neuen Anbieters im Digitalmarkt, der von der Amazon-Tochter Audible mit ihrem Download-Angebot dominiert wird, aber es gibt auch Skepsis speziell gegenüber dem Streaming-Geschäftsmodell.
Kathrin Rüstig leitet das Deutschlandgeschäft von BookBeat und erklärt im Interview, warum sich Streaming für Verlage und Urheber lohnen kann.

Expertise im Digitalvertrieb: Kathrin Rüstig (50) ist Mitte Januar dieses Jahres zu BookBeat gewechselt, nachdem sie zuvor 13 Jahre lang in leitender Funktion bei der Amazon-Tochter Audible tätig war. Als Director Publisher Relations verantwortet sie den Ausbau und die Weiterentwicklung des Streaming-Portals in Deutschland. (Foto: BookBeat)


BookBeat ist seit Herbst 2017 in Deutschland am Markt. Wie lautet Ihre erste Bilanz?
Wir lernen noch, um den Markt zu verstehen, aber wir können bereits eine gute Dynamik feststellen und auch eine positive Resonanz bei den Verlagspartnern. Das dürfte damit zusammenhängen, dass wir uns ausschließlich aufs Hörbuch konzentrieren. Es gibt keinen Wettbewerber, de…
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