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Büchersendungen: Verteuerung verärgert

Die Deutsche Post dreht bei den Büchersendungen an der Preisschraube und belastet damit kleinere Buchhandlungen und Verlage, die beim Versand darauf zurückgreifen. Die u.a. mit Kostensteigerungen in der Logistik begründete Verteuerung greift ab dem 1. Juli. In den betroffenen Unternehmen sorgt der Vorstoß für Unmut.

 

Erhöhter Druck auf der Kostenseite

„Die Büchersendung ist für unsere Mitglieder eines der wichtigsten Produkte der Deutschen Post und diese Preiserhöhung von 20 bis 44% ist sehr ärgerlich. Viele unabhängige Buchhandlungen bieten ihren Kunden portofreien Versand an und bleiben damit auf diesen zusätzlichen Kosten voll hängen“, bringt Iris Hunscheid (Buchhandlungen Hoffmann in Achim und Jost in Bonn), Vorsitzende des Sprecherkreises der Interessengruppe Unabhängiges Sortiment, die Miss-Stimmung auf den Punkt. „Aufgrund des insgesamt nicht so hohen Versandaufkommens werden viele unserer Mitglieder auch zukünftig nicht in den Genuss der höheren Rabatte für die ,Büchersendung Maxi‘ und ,Warensendung Groß‘ kommen“, befürchtet die Buchhändlerin. „Und das bei einer Dienstleistung, die ohnehin oft nicht hält, was sie verspricht, denn die Laufzeiten von Bücher- und Warensendungen sind unserer Erfahrung nach oft deutlich länger, als die Post es angibt“, schimpft Hunscheid.

Auch in kleineren, insbesondere selbst ausliefernden Verlagen treibt die Post mit ihrem Vorstoß den Puls hoch. „Die Erhöhung von ,nur‘ 5 bis 20 Cent pro Büchersendung wird sich am Jahresende summieren und die Verlage einige Hundert Euro oder mehr kosten“, rechnet Britta Blottner (Blottner Verlag), Sprecherin der Interessengruppe Unabhängige Verlage, vor. Blottner verweist auf die „vielen kleinen Erhöhungen in letzter Zeit“ und nennt dabei auch Mitgliedsbeiträge für den Börsenverein, Standgebühren auf der Frankfurter Buchmesse und Gebühren für das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB). Zusammengerechnet mache das „dann doch einen größeren Betrag aus“, der nach dem „schmerzlichen Wegfall der Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften“ spürbar zu Buche schlage.

 

Neue Preise für Versendungen

Bücher- und Warensendungen werden im Sommer teurer: Ab dem 1. Juli gelten folgende Entgelte:

  • Der Preis für die Büchersendung „Groß“ (bis 500 g) steigt um 20 Cent auf 1,20 Euro.
  • Der Versand einer Büchersendung „Maxi“ (bis 1 kg) kostet künftig 1,70 Euro (bisher 1,65 Euro).
  • Das Porto für die Warensendung „Kompakt“ (bis 50 g) wird von 90 Cent auf 1,30 Euro angehoben.
  • Die Warensendung „Groß“ (bis 500 g) verteuert sich von 1,90 auf 2,20 Euro, wobei die Rabatte nach Angaben der Post zugleich um 30 Cent erhöht werden.

Begründet wird die Anhebung mit „allgemeinen Kostensteigerungen und höheren Transportkosten in Folge der „zunehmenden Durchschnittsvolumina bei Bücher- und Warensendungen“. Zudem seien „weitere Investitionen nötig, um die Qualität dieser Dienstleistung langfristig zu sichern. Die letzte Preiserhöhung im Bereich der Bücher- und Warensendungen gehe auf das Jahr 2013 zurück.

 

Quelle: Deutsche Post

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