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Börsenverein will Mitgliedsbeiträge erhöhen

Dieser Vorstoß wird Wellen schlagen: Während viele Unternehmen unter dem wirtschaftlichen Druck ächzen, plant der Vorstand des Börsenvereins Beitragserhöhungen in Form einer konstanten Anpassung über die Jahre 2019 bis 2021, wobei Mitgliedsunternehmen der unteren Beitragsgruppen geringer belastet werden als die Firmen in der oberen Klasse. Über einen entsprechenden Vorschlag des Vorstands wird in der Hauptversammlung Börsenvereins während der Buchtage in Berlin (12. und 13. Juni) abgestimmt.

Hintergrund ist der latente Mitgliederschwund des Verbandes. Prognose: Durch sinkende Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen wird der Börsenverein im Jahr 2021 voraussichtlich 365.000 Euro weniger Einnahmen aus Beiträgen generieren als 2018.

Hinzu kommen laut Börsenverein „Rückgänge bei den ,Börsenblatt’-Lizenzen (90.000 Euro), Personalkostensteigerungen in Folge von Tariferhöhungen (160.000 Euro) sowie allgemeine Kostensteigerungen (110.000 Euro). Dem entgegen steht ein geringerer Zinsaufwand für Pensionen in Höhe von ca. 150.000 Euro. Insgesamt werde der Verband in 2021 so eine Ergebnisverschlechterung von 575.000 Euro haben. „Diese Lücke müssen wir jetzt gemeinsam schließen und finanziell verantwortungsvoll handeln“, sagt Matthias Heinrich, Schatzmeister der Interessenvertretung. Heinrich: „Dabei genügt es nicht, allein Ausschüttungen der Tochterunternehmen zu erhöhen oder vollends aufs Sponsoring zu setzen. Ein Verband muss letztlich durch seine Mitglieder getragen werden.“

Bei der Erhöhung der Beiträge sollen die Mitglieder in 3 Gruppen eingeteilt werden. Das ist im Detail geplant:

  • Unternehmen der Gruppe 1 (beinhaltet die Beitragsgruppen 1 bis 3, Umsatz bis 141.000 Euro) sollen von 2019 bis 2021 jährlich 1,25% mehr zahlen.
  • Unternehmen der Gruppe 2 (Beitragsgruppen 4 bis 14, Umsatz von 141.000 Euro bis 951.000 Euro) sollen jährlich 1,75% mehr an den Verband abführen.
  • Firmen der Gruppe 3 (Beitragsgruppe 15 oder höher, ab 951.000 Euro) zahlen bei einem positivem Votum der Hautversammlung von 2019 bis 2021 jährlich 2,25% mehr.

Für ein Unternehmen der Beitragsgruppe 1 bedeutete das im Jahr 2019 ca. 4 Euro Mehrbelastung. Für ein Unternehmen der Beitragsgruppe 40 entstünde 2019 eine Mehrbelastung von rund 300 Euro, rechnet der Börsenverein vor.

Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ist nur eine von 3 Säulen im Maßnahmenpaket, mit dem der Börsenverein die Finanzierungslücke schließen und den Erhalt des Serviceportfolios sichern will. Hinzu kommen folgende Komponenten:

  • Durch weitere Effizienzsteigerungen will der Börsenverein bis 2021 insgesamt 200.000 Euro einsparen. Genannt werden Einsparungen bei den Reisekosten und in der Organisation. „Außerdem wurden der Deutsche Buchpreis, der Vorlesewettbewerb und der Welttag des Buches in die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung eingegliedert. Dadurch konnten Prozesse optimiert und Ressourcen effizienter eingesetzt werden“, wird weiter betont.
  • Begleitend soll die Suche nach Sponsoren weiter verstärkt werden. „Insbesondere in der Kooperation mit der Sparda-Bank beim Vorlesewettbewerb konnten hier in den letzten Jahren bereits bedeutende Erfolge erzielt werden. Im nächsten Jahr startet der Börsenverein außerdem eine groß angelegte Aktion zur Mitgliederakquise, die zu erhöhten Einnahmen führen soll“, teilt der Verband seinen Mitgliedern mit.

 

 

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