Buchhandlung Stark: Lebendige Literatur

Der Österreichische Buchhandlungspreis ist 2018 zum zweiten Mal vergeben worden und soll – ähnlich wie sein deutsches Pendant – Arbeit und Verdienste der inhabergeführten Sortimente hervorheben. buchreport.de stellt die fünf aktuellen Preisträger vor. In dieser Folge: die Buchhandlung Stark in Gmünd.


Buchhändlerin Elisabeth Altschach mit den Inhabern Reinhard und Birgit Stark (Foto: Reinhard Stark)

Buchhandlung Stark

Inhaber: Birgit und Reinhard Stark

Bahnhofstraße 5, 3950 Gmünd

www.stark-buch.at

Auszug aus der Jurybegründung: „Seit 2011 gibt es im Norden Österreichs, in der 5.500 Einwohner-Stadt Gmünd, eine Buchhandlung, die über das Waldviertel hinaus wahr genommen wird. Die Buchhandlung ist modern, hell und gemütlich. Ein integrierter Cafébereich mit regionalen Produkten lädt zum Schmökern ein. Das Sortiment umfasst neben dem klassischen Vollsortiment Regionalia und Kleinverlage. Die Buchhandlung Stark setzt sich intensiv für die Leseförderung aller Altersgruppen vor Ort ein. Veranstaltungen, Kinderliteraturlesungen und die Kooperationen mit Schulen, werden mit großem Enthusiasmus betrieben. Lesungen sind groß angelegte Events, die oft an ungewöhnlichen Orten stattfinden und kulturelle Fixpunkte der Region sind. Mit diesem Engagement hat es Stark geschafft, regional und überregional als außergewöhnliche Buchhandlung bekannt zu werden.“


Was zeichnet Ihr Unternehmenskonzept aus?

Wir betreiben seit mittlerweile fast 7 Jahren eine inhabergeführte Buchhandlung in einer kleinen Bezirksstadt im Norden Österreichs. Wir sind ein Buchfachgeschäft, bieten unseren Kunden das klassische Vollsortiment und einen Online-Shop mit Direktversand, verstehen uns als Partner von Kindergärten und Schulen bei der Leseförderung und als Eventmanager bei der Organisation von Lesungen. Unser Ziel ist es, Menschen jeden Alters zum Lesen zu animieren und für Bücher zu begeistern und das literarische Zentrum des Waldviertels zu sein.

Wo liegen die besonderen Stärken Ihrer Buchhandlung? 

Wir sind eine Buchhandlung mit Café – in unserer Lese-Lounge mit Wohnzimmeratmosphäre können die Kunden bei Kaffee, Tee und süßen Köstlichkeiten von regionalen Betrieben gemütlich in unseren Büchern schmökern, Kinder sogar auf ihrem eigenen Leseplatz, im Sommer auch auf unserer Terrasse.

Wir machen Literatur lebendig, mit Buchpräsentationen und Lesungen nicht nur in der Buchhandlung, sondern auch an ungewöhnlichen Orten – im Glashaus einer Gärtnerei, einer Einkaufspassage, einer Waldlichtung, der Waldsauna im Sole-Felsen-Bad in Gmünd, dem leerstehenden Dachgeschoss eines Möbelhauses, welches wir in eine Skybar verwandelt haben. Kommende Woche findet der bereits 4. Stark-Buch-Frühling im historischen Palmenhaus Gmünd statt, zu dem wir um den Welttag des Buches drei Tage lang die Stars der österreichischen Literaturszene einladen – in den letzten drei Jahren lockten wir damit je rund 1000 Literaturbegeisterte nach Gmünd. Mit diesen Lesungen mit Eventcharakter erreichen wir alle Altersschichten und wecken auch bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Literatur.

Wir sind top-qualifizierte und hoch motivierte Buchmenschen – wir, die Inhaber, haben ein Wirtschafts- bzw. Germanistik- und Anglistikstudium absolviert, unsere Angestellten sind gelernte Buchhändler – und wir alle sind Bücherfreaks, die umfassende, kompetente und vor allem persönliche Beratung gewährleisten, welche unsere Kunden schätzen und die der Interneteinkauf so nie bieten kann.

Was versprechen Sie sich von dem Preis als Marketinginstrument?

Als Buchhandlung in der Provinz haben wir dennoch viele treue Stammkunden auch aus Wien und anderen Bundesländern. Von der Auszeichnung als „Buchhandlung des Jahres 2018“ versprechen wir uns verstärkte überregionale Bekanntheit, sowohl für die Buchhandlung selbst als auch für unsere Lesungen und Veranstaltungen. Bereits in den ersten Tagen nach Bekanntwerden der Auszeichnung haben wir unheimlich viel positives Feedback von Kunden und Geschäftspartnern bekommen – das freut, bestätigt und motiviert!

Was machen Sie mit dem Preisgeld?

Das Preisgeld, über das wir uns natürlich sehr freuen, wird gleich wieder in die Buchhandlung reinvestiert. Für all jene Kunden, die sich nicht die Zeit nehmen, sich in unserer Lese-Lounge gemütlich niederzulassen, wird ein Coffe-to-go-Bereich eingerichtet. Der Rest fließt in das Marketingbudget für unsere Veranstaltungen, da wir als Unternehmen keinerlei Subventionen für kulturelle Veranstaltungen bekommen.

Was ist die größte Herausforderung, vor der Sie als Buchhändler stehen?

Die Herausforderungen für den stationären Buchhandel sind vielfältig. Da sind das veränderte Lese- und Medienkonsumverhalten aufgrund der Digitalisierung aller Lebensbereiche, die steigenden Kosten bei gleichbleibenden Buchpreisen, was letztendlich zu geringeren Spannen führt, und der härter werdende Wettbewerb mit den steuertechnisch begünstigten Online-Giganten.
Diese Herausforderungen gilt es zu meistern und zwar auf allen Ebenen. Als regionale Buchhandlung bemühen wir uns, durch unsere Aktivitäten und unser Engagement das Leseverhalten unserer Kunden positiv zu beeinflussen und die Lust am Lesen und am Buchkauf zu wecken und zu fördern. Hinsichtlich der Buchpreisgestaltung sind die Verlage gefragt; der zukünftige wirtschaftliche Erfolg der Buchbranche kann nur im Zusammenspiel Verlag – Auslieferung – Buchhandlung gewährleistet werden. Und was den Wettbewerb mit den Online-Giganten betrifft, ist vor allem die Politik gefragt …

Die Buchhandlung Stark wurde 2011 von Birgit und Reinhard Stark gegründet, die ein ehemaliges Wirtshaus in eine Buchhandlung mit Café umgebaut haben. (Foto: Reinhard Stark)

Der Österreichische Buchhandlungspreis

Beim Österreichischen Buchhandlungspreis, der 2017 erstmals vergeben wurde, erhalten fünf unabhängige Buchhandlungen je 10.000 Euro Preisgeld, das offen als Stütze gegen den Online-Handel verteilt wird. Die Buchhandlungen seien „herausragende Beispiele dafür, wie unterschiedliche kundenorientierte Konzepte auch in Zeiten von internationalen Internetriesen entgegenhalten können: mit modernen Ideen und persönlichem Profil“, lobte Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels, bei der Premiere. Der Verband vergibt den Preis gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt.

Ähnlich wie das deutsche Pendant soll die Auszeichnung als beste Buchhandlung des Jahres die Buchhandlungen als Kultur- und Begegnungsorte würdigen und ein Schlaglicht auf die unabhängige Buchhandelslandschaft werfen. Neben dem Preisgeld erhalten die prämierten Buchhandlungen ein Gütesiegel mit dem sie dauerhaft für sich werden können. Ausgezeichnet werden inhabergeführte Buchhandlungen, die

  • literarisch ausgerichtete Sortimente pflegen
  • ein kulturelles Veranstaltungsprogramm bieten
  • innovative Geschäftsmodelle verfolgen
  • Lese- und Literaturförderung betreiben.

Die Preisträger 2018:

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