Junge Verlagsmenschen vergeben Ausbildungsgütesiegel

Aushängeschild für Verlage: Bei dem schwieriger werdenden Kampf um kluge junge Köpfe könnte das Volo-Siegel für Verlage hilfreich sein. Dem Nachwuchs gibt es umgekehrt Sicherheit bei der Bewerbung.

Gerechter Lohn und eine faire Ausbildung gehören zu den Kernpunkten der Agenda der Jungen Verlagsmenschen (JVM). Mit der Einführung eines Gütesiegels für Volontariate in der Buchbranche will der Verein beim zweiten Punkt einen großen Schritt vorankommen. Das Volo-Siegel wird künftig an Buchverlage verliehen, „die mit ihren Volontariaten einen hohen Ausbildungsstandard erfüllen und sich damit aktiv für die Förderung des Branchennachwuchses einsetzen“. Es soll Orientierung für Bewerber bieten und hilft gesiegelten Verlagen womöglich bei der Nachwuchsakquise.

Um das Gütesiegel zu erhalten, werden verbindliche Ausbildungsstandards wie ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstundenregelung vorausgesetzt:

  • Bewerben können sich Buchverlage im deutschsprachigen Raum.
  • Eine Bewerbung ist ganzjährig möglich.
  • Ein Mitarbeiter der Personalabteilung sowie mindestens drei Volontäre müssen unabhängig voneinander einen Fragebogen ausfüllen.
  • Nach positiver Prüfung durch den Verein werden die Gütesiegel für zwei Jahre vergeben.

Kleinere Verlage, die in den vergangenen zwei Jahren weniger als drei Volontäre beschäftigt haben, können und sollen sich dennoch bewerben, erklärt Selina Reimer, JVM-Vorstandsmitglied und Sprecherin der AG Nachwuchsrechte: „Die Hausnummer drei haben wir gesetzt, um die Anonymität der Volontäre zu wahren – damit ist die Rückmeldung zur Qualität des Volontariats auf mehrere Schultern verteilt.“ Bei Verlagen, die diese Anforderung nicht erfüllen, soll es Einzelfalllösungen geben.

Das Siegel hat der Verein aus den Ergebnissen einer Umfrage (s. unten) und dem Tarifvertrag für Volontäre von Presseverlagen entwickelt. Anschließend wurde das Projekt der Gewerkschaft Verdi präsentiert sowie ausgewählten Verlagen vorgestellt. „Die bisherigen Gespräche mit Verlagen zeigen, dass großes Interesse am Gütesiegel besteht. Im Rahmen ihrer Teilnahme an der Pilotphase des Gütesiegels überdenken erste Unternehmen ihre Volontariatsausbildung und stellen interne Prozesse im Hinblick auf das Siegel um“, so die Vereinsvorsitzende Cigdem Aker.

Volontäre statt Fachkräfte

Anlass für die Einführung eines Gütesiegels für Volontariate war die Nachwuchsumfrage 2017 der Jungen Verlagsmenschen. Laut Verein geht daraus hervor, dass in vielen Verlagen der Ausbildungscharakter als Kern des Volontariats fehlt:

  • Nur 24% der 247 Befragten bekamen einen Ausbildungsplan.
  • 22% sahen in ihrem Volontariat keine erkennbaren Ausbildungseigenschaften.
  • 91% der Volontäre ersetzten nach der Einarbeitungsphase eine Fachkraft (Selbsteinschätzung).

Quelle: Junge Verlagsmenschen

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