Ruhm und Bares für den Elfenbein Verlag

Ingo Držečnik (Elfenbein Verlag), Britta Jürgs (Vorstand KWS), Margitt Lehbert (Edition Rugerup), Stefan Weidle (Weidle Verlag, Laudator). (Foto: Nicole Stöcker)

Bereits zum 18. Mal wurde der Kurt-Wolff-Preis im Rahmen der Leipziger Buchmesse vergeben. Der mit 26.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an den Elfenbein Verlag, der in diesem Jahr die Publikation des feuilletonistisch gefeierten 12-bändigen Romanzyklus „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ von Anthony Powell abschließt. Den Förderpreis in Höhe von 5000 Euro erhielt die Edition Rugerup, die sich auf skandinavische und angelsächsische Autoren spezialisiert hat. Beide Verlage haben ihren Sitz in Berlin.

Britta Jürgs, Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung – die den Preis u.a. mit der Unterstützung der Bundesregierung jährlich an einen in Deutschland ansässigen unabhängigen Verlag vergibt – sagte bei der Preisverleihung, dass „die Vielfalt der Verlagslandschaft viel stärker bedroht ist, als dies zur Gründung der Stiftung im Jahr 2000 zu erahnen war“. Die Independentverlage sollten die im Februar verabschiedete „Düsseldorfer Erklärung“ als „Ansporn und Aufforderung“ verstehen, die Debatte um nachhaltige Subventionierung der Indie-Szene weiterzuführen. Das Anliegen: Kleinere Verlage sollen nach dem Vorbild des bereits etablierten Buchhandlungspreises mit breit verteilten Fördergeldern unterstützt werden.

Zuletzt hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters gegenüber buchreport erklärt, dass sie zwar „voll und ganz hinter den Zielen“ der „Düsseldorfer Erklärung“ stehe, dem Ruf nach direkter staatlicher Subvention der Verlage aber eine politische Absage erteile. Es sei „Ausdruck unseres Demokratieverständnisses, gerade in der Verlagsbranche die notwendige Staatsferne zu gewährleisten und nicht gezielt in den Wettbewerb einzuwirken“, so Grütters.

Britta Jürgs Aufruf zeigt, dass die Diskussion damit aber offenbar nicht beendet ist. Jürgs verwies darauf, dass es in vielen Ländern bereits eine staatliche Förderung gebe, u.a. in Österreich und in der Schweiz. Bis es aber auch in Deutschland soweit ist, müssen sich die Verlage auf eigene Marketinginitiativen verlassen. Dazu zählen u.a. der Katalog „Es geht um das Buch“, dessen 12. Ausgabe gerade erschienen ist, oder der 2013 ins Leben gerufene „Indiebookday“. Der Aktionstag vernetzt den unabhängigen Buchhandel mit den Indieverlagen, indem sie Leser dazu aufrufen, an einem bestimmten Tag im Jahr ein Buch beim Buchhändler vor Ort zu kaufen und sich damit in den sozialen Netzwerken zu präsentieren.

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