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Alfred-Kerr-Preis mit erweiterter Jury

Zukünftig entscheidet eine erweiterte Jury aus jetzt sieben Expertinnen und Experten, wer den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik erhält, den das Fachmagazin Börsenblatt jedes Jahr vergibt. Neu in der Runde sind die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Alexandra Pontzen und die Literaturkritikerin Dr. Insa Wilke, die die Auszeichnung selbst im Jahr 2014 erhalten hat. Im Sommer 2017 war der Schriftsteller, Herausgeber und Journalist Peter Härtling, der viele Jahre der Jury angehörte, verstorben. Die neu zusammengesetzte und erweiterte Jury wählt den diesjährigen Preisträger im Februar. Die Bekanntgabe erfolgt am Donnerstag, 15.02.2018. Traditionell findet die öffentliche Verleihung des Preises auf der Leipziger Buchmesse statt. (Termin: Donnerstag, 15.03.2018 | 14:00 – 15:00 Uhr | Forum Die Unabhängigen (Halle 5, Stand H 309)

„Wir freuen uns sehr, mit Alexandra Pontzen und Insa Wilke zwei kluge Persönlichkeiten des Literaturbetriebs für unsere Jury gewonnen zu haben. Frau Pontzen und Frau Wilke bringen beide Perspektiven in die Jury ein: den Blick der Wissenschaftlerin und den der Praktikerin auf die aktuelle Literaturkritik. Ihre Sicht der Dinge wird unsere Arbeit und den Auswahlprozess bereichern“, erklärt Dr. Torsten Casimir, Chefredakteur des Börsenblatts.

 

Prof. Dr. Alexandra Pontzen studierte Germanistik, Romanistik und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Bonn und Toulouse. Anschließend arbeitete sie mehrere Jahre in verschiedenen Forschungsprojekten an der Universität Bonn. Nach ihrer Promotion ging sie 2001 an die Universität Marburg. 2005 übernahm sie eine Professur für Neuere deutsche Literatur am Germanistischen Seminar der Universität Lüttich / Liège. Seit 2013 lehrt sie an der Universität Duisburg-Essen deutschsprachige Literatur der Gegenwart und Medienkulturwissenschaft. Zudem leitet Alexandra Pontzen das Portal literaturkritik.de. Dafür schreiben Studenten Rezensionen und üben sich so in der, so nennt es das Projekt, „Schlüsselkompetenz literaturästhetische Urteilskraft“.

 

Dr. Insa Wilke kennt den Literaturbetrieb von mehreren Seiten. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Göttingen, Rom und Berlin promovierte sie 2009. Im darauffolgenden Jahr erschien ihr Buch „Ist das ein Leben. Der Dichter Thomas Brasch“. Als Literaturkritikerin veröffentlicht Insa Wilke u. a. in der Süddeutschen Zeitung und im Rundfunk. Für ihre literaturkritischen Arbeiten hat sie 2014 selbst den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik erhalten.

Seit 2005 konzipiert und moderiert Insa Wilke auch Kulturveranstaltungen. 2010 übernahm sie die Programmleitung im Literaturhaus Köln, gab diese Tätigkeit aber zugunsten des freiberuflichen Arbeitens 2012 wieder auf. Seit 2013 gehört die Kritikerin zum Team von „Gutenbergs Welt“ (WDR3), seit 2017 zum „lesenswert quartett“ im SWR Fernsehen. 2016 hat sie die Programmleitung des Mannheimer Literaturfestes „lesen.hören“ übernommen. Außerdem war und ist Insa Wilke Mitglied verschiedener Jurys, derzeit u. a. der Weltempfänger- und SWR-Bestenliste und des Brüder-Grimm-Preises der Stadt Hanau.

Die Jury beobachtet kontinuierlich das literaturkritische Schaffen in den Medien aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und erstellt eine Kandidatenliste für die jährliche Jurysitzung, bei der der Preisträger ermittelt wird. Neben Alexandra Pontzen und Insa Wilke gehören folgende Personen der Jury an: die Programmreferentin des Münchner Literaturhauses Dr. Katrin Lange, der Geschäftsführer der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl Michael Lemling, der Ehrenpräsident der Akademie für Sprache und Dichtung Prof. Dr. Klaus Reichert, der Verleger Klaus Schöffling und der Börsenblatt-Chefredakteur Dr. Torsten Casimir. Frühere Jury-Mitglieder waren unter anderem die Leiterin der Casa di Goethe in Rom Dr. Maria Gazzetti und die Literaturwissenschaftlerin Dr. Rachel Salamander.

 

Im Jahr 1977 hat das Branchenmagazin Börsenblatt den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik gestiftet, der heute mit 5.000,- Euro dotiert ist. Bis 1995 wurde jedes Jahr ein besonders bemerkenswerter Literaturteil einer deutschsprachigen Zeitung oder Zeitschrift, eines deutschsprachigen Hörfunk- oder Fernsehprogramms ausgezeichnet.

Seit 1996 würdigt die Jury jeweils die Arbeit einer Einzelperson. Der Preis wird nicht für eine Einzelkritik vergeben, maßgeblich ist vielmehr die Kontinuität des literaturkritischen Schaffens. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867 – 1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Insa Wilke, Daniela Strigl, Helmut Böttiger, Ina Hartwig, Gregor Dotzauer, Hubert Winkels, Manfred Papst, Nico Bleutge und Andreas Breitenstein.

 

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