Viel gemütlicher und persönlicher als große Ketten

Sandra Grauer (Mitte) mit ihren Zuhörern im „Wohnzimmer“ der Buchhandlung Bücherträume in Mülheim an der Ruhr (Foto: Bücherträume).

Es klingt nicht nach Pflicht, sondern nach Liebe. „Buchhandlungen sind für mich wie Pralinenläden – ein Ort der Verführung“, kommt Ulrike Sosnitza ins Schwärmen, wenn sie vom Sortiment erzählt. Der persönliche Draht zum Kunden, die individuelle und ernst gemeinte Empfehlung sowie der Wohlfühlfaktor samt Kaffee zum Buch – all das schätzen die Autoren besonders, die bei der Woche unabhängiger Buchhandlungen selbst in die Rolle des Händlers geschlüpft sind.

buchreport hat bei ihnen nachgefragt, was sie an den Indie-Buchhandlungen schätzen und wie sie deren Zukunft sehen. Petra Büse-Leringer und Karin Tator begrüßten in ihrer Buchhandlung Bücherträume (Mülheim an der Ruhr) eine Autorin, die es sich im „Wohnzimmer“ der Buchhandlung mit Kunden gemütlich machte: Teil 4 der „Erlebnisraum Buchhandel“-Serie mit Sandra Grauer, die die Aufenthaltsqualität kleiner Buchläden lobt.

 

Sandra Grauer (Foto: Bücherträume)

Sandra Grauer

wurde 1983 im Ruhrgebiet geboren und lebt in Mülheim an der Ruhr. Die Autorin, Journalistin und Diplom-Übersetzerin schreibt Romane für Jugendliche und Frauen, außerdem unter Pseudonym für den Cora-Verlag. In der Mülheimer Buchhandlung Bücherträume las sie aus dem Roman „Der verflixte 7. Mann“ (Bastei Lübbe) und dem Jugendbuch „Evil Hero. Superschurke wider Willen“, das im Thienemann-Esslinger-Imprint Planet! erschienen ist.

Worin liegt der Charme des unabhängigen Buchhandels?

Unabhängige Buchhandlungen sind so viel gemütlicher und persönlicher als große Ketten. Die Buchhändler kennen viele ihrer Kunden und nehmen sich Zeit für sie. Dort kann man sich stundenlang aufhalten und schmökern.

Wie groß sind Ihre Sorgen um seinen Fortbestand?

Ich hoffe sehr, dass sich die unabhängigen Buchhandlungen auch weiterhin halten können. Mit den großen Ketten, Amazon und E-Books wird die Konkurrenz immer größer, aber es würde so viel fehlen, wenn die kleinen Buchläden aus den Städten verschwinden würden.

Was ist zu tun – außerhalb einer solchen Aktionswoche?

Es wäre super, wenn man die unabhängigen Buchhändler unterstützen könnte. Sie haben kein allzu großes Budget zur Verfügung, um Autorenlesungen oder etwas in der Art zu organisieren. Die Autoren können aber auch nicht immer umsonst lesen, denn für sie ist es ein Job wie jeder anderer. Wenn man hier eine Lösung finden würde, etwa mit Förderern, Sponsoren oder Spenden, wäre das super.

Erlebnisraum Buchhandel 

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