Welche Informationen wünschen sich Bewerber?

Der Arbeitsmarkt für hochqualifizierte Fachkräfte ist heute auf weite Strecken ein Bewerbermarkt. Diesen leidvollen Umstand müssen auch die Medienunternehmen zunehmend erfahren – etwa im Bereich der Verlagsherstellung. Um so wichtiger, dass sie beizeiten zeigen, was sie ihren Kandidaten zu bieten haben – und dabei die richtigen Plattformen nutzen.

Der weltweit aktive Personaldienstleister Manpower, einer der Pioniere der Zeitarbeit, hat weltweit 14.000 Bewerber nach ihren Kriterien für die Jobsuche befragt. Manpower hat Tipps parat, wie Unternehmen beim Employer Branding effektiver werden können.

Employer Branding wirkt: Ein Drittel der Kräfte kennen das Unternehmen, bei dem sie sich bewerben. Grafik: Manpower

Employer Branding wirkt: Ein Drittel der Kräfte kennen das Unternehmen, bevor sie sich bewerben. Grafik: Manpower

Bewerbern stehen heute immer mehr Informationen über das Unternehmen und die Position, auf die sie sich bewerben, zur Verfügung – und das schon in einer sehr frühen Phase der Jobsuche. Die befragten Bewerber gaben an, dass im letzten Jahr die Informationsmenge, auf die sie bereits vor Beginn des Bewerbungsprozesses zugreifen können, massiv zugenommen hat. Darüber hinaus stehen ihnen auch immer mehr unterschiedliche Arten von Informationen zur Verfügung.

Top-Kriterium: Gehalt

Grundsätzlich sind Vergütung und Art der Tätigkeit die wichtigsten Faktoren für berufliche bzw. Karriere-Entscheidungen. Die Ergebnisse der Studie „Candidate Preference” zeigen jedoch auch, dass die Bedeutung von flexibler Arbeitszeitgestaltung zunimmt: Sie hat jetzt mit den Sonderleistungen gleichgezogen, beide Faktoren liegen gemeinsam auf dem dritten Platz.

In den einzelnen Ländern gibt es deutliche Unterschiede. In Deutschland sind Vergütung und die Art der Tätigkeit unangefochten an der Pole-Position. In Australien findet sich die Vergütung hingegen fast am Ende der Liste von Motivationsfaktoren, flexible Arbeitszeitgestaltung sowie Standort spielen eine deutlich wichtigere Rolle. Bewerber in Norwegen und Großbritannien bewerten die Art der Arbeit als wichtigsten Faktor. In Brasilien, Costa Rica und in Indien hingegen sind den Bewerbern Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung wichtiger als die Vergütung.

Kriterium Nummer 1: Geld. Aber auch die Tätigkeit motiviert. Grafik: Manpower

Kriterium Nummer 1: Geld. Aber auch die Tätigkeit motiviert. Grafik: Manpower

Gerade wenn Arbeitgeber Millennials gewinnen und halten wollen, müssen sie zeigen, dass längere Unternehmenszugehörigkeit zu höherer Bezahlung, neuen Qualifikationen und beruflichem Aufstieg führt: Auf diese drei Faktoren legt diese Altersgruppe weltweit besonderen Wert.

Mehr Informationen – früher denn je: Unternehmen und Marke

Bereits in vergangenen Studien zu den Wünschen und Zielen von Bewerber haben 58% der Befragten angegeben, dass die Marke ihres Arbeitgebers für sie in den vergangenen fünf Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Dies gilt besonders für jüngere Bewerber, also Millennials bzw. Angehörige der Generation Y im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Unternehmen können von dieser Entwicklung profitieren, indem sie ihr Arbeitgeber-Leistungsversprechen weiterentwickeln bzw. Bewerber und Mitarbeiter mit einem einzigartigen Mix aus attraktivem Leistungspaket, Netzwerk und Werten in ihrem Sinne positiv beeinflussen.

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Was können Unternehmen also konkret tun?

1. Häufige Kommunikation – mit den richtigen Gruppen

Der Wettbewerb um die richtigen Bewerbern intensiviert sich. Arbeitgeber versuchen daher, Talent Communities aufzubauen und die Interaktion mit diesen zu steigern. Um auf sich aufmerksam zu machen, stellen Unternehmen Bewerbern heute mehr Informationen zur Verfügung als jemals zuvor. Die Kommunikation zur Unternehmenskultur, zu Werten und zu anderen Aspekten der Arbeitgebermarke nimmt heute immer mehr zu.

2. Werbebotschaften auf Berufsgruppen maßschneidern

Die Unternehmen der Fortune 500 nutzen heute vor allem den Karriere-Bereich ihrer Website für maßgeschneiderte Informationen zu bestimmten Job-Kategorien (zum Beispiel Ingenieure oder Vertriebsmitarbeiter). Diese individualisierten Inhalte sollen schwer zu findenden Fachkräften zeigen, dass das Unternehmen ihre spezifischen Interessen und Bedürfnisse versteht, und so die Beziehungen zu den entsprechenden Bewerbern intensivieren.

3. Unternehmenswebsites sind weiterhin die wichtigste Informationsquelle

Wie bereits 2015 benennen Bewerbern auch in diesem Jahr die Websites potenzieller Arbeitgeber als ihre wichtigste Informationsquelle. Auch bei der Glaubwürdigkeit liegt dieses Medium an zweiter Stelle. Einzig die Mitarbeiter eines Unternehmens werden als noch authentischer angesehen. Unternehmen müssen daher die Inhalte ihrer Websites äußerst genau gestalten und zudem das Potenzial von Personal-Portalen beim Aufbau ihrer Arbeitgebermarke und zum Bereitstellen von Informationen voll ausschöpfen.

4. Websites zur Arbeitgeberbewertung gewinnen an Bedeutung

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Websites zur Arbeitgeberbewertung wie Glassdoor oder Kununu als glaubwürdige Quelle für Informationen zur Arbeitgebermarke eines Unternehmens immer weiter an Bedeutung gewinnen. Weltweit stehen sie bei der Vertrauenswürdigkeit an dritter Stelle. Diese Websites werden so schnell nicht wieder verschwinden. Personalverantwortliche sollten daher stets wissen, was auf diesen Websites über ihre Arbeitgebermarke gesagt wird – im Positiven wie auch im Negativen. Im Idealfall kann eine positiv orientierte Interaktion mit diesen Veröffentlichungen potenziellen Bewerbern dabei helfen, Postings zu identifizieren, die schlicht falsche Informationen enthalten oder die Werte eines Unternehmens nur unzureichend bzw. gar nicht reflektieren.

Grafiken: Manpower.

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