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Das Emirat Sharjah hat ehrgeizige Buchpläne

Mit der Sharjah International Book Fair ist Sharjah im globalen Messekalender fest etabliert, doch das kleinste Mitglied der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) will mehr. Mit der Eröffnung der „Sharjah Publishing City“ will sich das Emirat als Drehkreuz und Brückenkopf für den internationalen Handel in den gesamten arabischen Raum, aber auch für Afrika und Asien etablieren.

Die Pläne des Golfstaates und seines Herrschers, Sultan bin Mohammed Al Qasimi, der die Verlagsstadt angestoßen hat, sind ambitioniert:

  • Der für umgerechnet 53 Mio Pfund aus dem Boden gestampfte Komplex nahe dem Flughafen von Dubai hat den Status einer Freihandelszone.
  • In der ersten Phase wird mit 180 Mietern gerechnet, bis zu 400 sollen es mittelfristig werden: Verlage, Vertriebsgesellschaften, Druckereien, Übersetzerbüros und andere medienverwandte Unternehmen.
  • Knapp 80 Unternehmen haben bereits Mietverträge unterschrieben, die meisten stammen aus dem arabischen Raum.
  • Interesse zeigt u.a. auch US-Dienstleister Ingram Content Group, der hier seinen Selfpublishing-Service Lightning Source etablieren möchte.

Sharjah gilt als kulturelle Hauptstadt der sieben VAE-Staaten. Bücher, Bildung und Kultur werden großgeschrieben. Auch auf der internationalen Bühne zeigt das Emirat zunehmend Flagge:

  • 2019 trägt die gleichnamige Hauptstadt den Titel als UNESCO-„Welthauptstadt des Buches“.
  • Im März 2018 ist Sharjah mit Marokko Ehrengast des Pariser Salon Livre.

Sharjah International Book Fair

Das Verlagswesen in den Vereinigten Emiraten steckt noch in den Kinderschuhen, doch der Markt ist in Bewegung. Es gibt viele junge Verlage, die sich am internationalen Branchenniveau orientieren und gleichzeitig die lokale Nachfrage bedienen. Entsprechend groß ist das Interesse an der Sharjah International Book Fair. Die größte Buchmesse im arabischen Raum wurde schon 1982 gegründet, wurde aber erst in den letzten Jahren zu einer Großveranstaltung mit internationalem Flair:

  • In diesem Jahr haben über 1650 Verlage aus 60 Ländern ihre Bücher auf der Publikumsmesse präsentiert
  • Mit dem Olms Verlag, der die Bücher von Sultan Al Qasimi in deutscher Übersetzung verlegt, ist auch ein deutscher Verlag vor Ort dabei.
  • Mit Großbritannien gibt es erstmals einen Ehrengastauftritt.
  • An den ersten fünf Tagen wurden 728.000 Besucher gezählt, das ist ein neuer Rekord.
  • Insgesamt rechnet Ahmed Al Ameri, Chairman der Sharjah Book Authority (SBA), mit rund 1,3 Mio Besuchern.
  • Angesichts der weiterhin vielfach lückenhaften Handels- und Vertriebsstrukturen in den meisten arabischen Ländern ist die Buchmesse für die Verlage ein wichtiges Verkaufsinstrument: Bücher werden mit Rabatten bis zu 25% angeboten.

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