Zwei Drittel der deutschen Führungskräfte ohne digitale Vision

Deutsche Führungskräfte: Blind in die Digitalisierung? Foto: Unsplash

Deutsche Führungskräfte: Blind in die Digitalisierung? Foto: Unsplash

Planlos in die Digitalisierung? 73% der Manager erwarten starke Veränderungen ihrer Branche. Doch nur 37% haben eine klare digitale Vision ihres eigenen Geschäfts. Das zeigt die UDG Digital Readiness Study 2017, die die Consulting der UDG United Digital Group erstmals durchgeführt hat. Details und Grafiken im IT-Channel von buchreport.de.

63% ohne digitale Vision

In deutschen Unternehmen scheint es an Leitbildern für die digitale Transformation zu fehlen. Das Ergebnis der UDG-Befragung quer durch alle Fachbereiche von großen und mittleren Firmen: Eine klare digitale Vision besitzen nur 37% der Führungskräfte und Experten, ebenfalls 37% haben daraus eine Strategie abgeleitet und lediglich 25% die notwendigen Handlungsfelder und Maßnahmen identifiziert. Dass alle für den Erfolg der Transformation relevanten Unternehmensbereiche in den Strategieprozess einbezogen wurden, kann mit 33% nur jeder Dritte bestätigen.

73 % der Führungskräfte spüren das Beben – nur die Hälfte von diesen hat eine Strategie. Grafik: UDG

73% der Führungskräfte spüren das Beben – nur die Hälfte von diesen hat eine Strategie. Grafik: UDG

„Die Digital Readiness Study 2017 zeigt deutlich, an welchen Hürden die Umsetzung der digitalen Transformationsstrategie scheitert“, erklärt Marcel Vandieken, der als Managing Partner der UDG United Digital Group die Consulting verantwortet. „Der Kunde ist wichtig, wird aber nicht verstanden. Neue Player kommen auf den Markt und gefährden etablierte Geschäftsmodelle. Firmen geraten unter Druck und beginnen mit Initiativen, ohne zuvor eine klare digitale Vision zu entwickeln und dann die erforderlichen Maßnahmen abzuleiten.

Und bei alldem werden die Mitarbeiter häufig auf der Strecke gelassen. Doch nur wenn Unternehmen wissen, wo sie stehen und wo sie hinwollen, kann es ihnen gelingen, sich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen und ihre Mitarbeiter erfolgreich durch den Change zu führen.“

Hauptziele der digitalen Transformation. Grafik: UDG

Hauptziele der digitalen Transformation. Grafik: UDG

Vor allem im Bereich Change Management besteht Nachholbedarf: Viele Firmen versäumen es, ihre Mitarbeiter in den Prozess der digitalen Transformation einzubinden. Nur 13% der Befragten sind davon überzeugt, dass sich die Mitarbeiter auf die digitale Reise mitgenommen fühlen, und lediglich 12% glauben, dass alle die digitale Vision verstanden haben.

Schwindet das Wissen über die eigenen Kunden?

Auch das Wissen über die eigenen Kunden lässt zu wünschen übrig. Obwohl 65% der Teilnehmer davon überzeugt sind, dass sich die Kundenerwartungen massiv verändern, haben nur 18% diese neuen Bedürfnisse schon vollständig begriffen und können daraus Erkenntnisse gewinnen. Dazu kommt: Nicht in allen Unternehmen stehen genügend Mittel bereit. 32% der Befragten geben an, nicht über ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen für die digitale Transformation zu verfügen.

IT-Grundlagen und Technologien der Zukunft

Mehr zum Thema IT und Digitalisierung lesen Sie im IT-Channel von buchreport und den Channel-Partnern knk und Rhenus. Hier mehr…

Trotz dieser Hürden befinden sich viele Firmen bereits auf dem Weg: 58% haben erste Initiativen gestartet, 26% gaben an, eine umfassende digitale Transformation eingeleitet oder sogar schon durchgeführt zu haben, 14% stehen noch ganz am Anfang. Denn die Erkenntnis, dass ein Wandel dringend nötig ist, ist in den Köpfen angekommen: 73% der Studienteilnehmer erwarten durch die Digitalisierung eine starke Veränderung ihrer Branche und 53% sind davon überzeugt, dass sich dadurch vor allem Chancen für ihr Unternehmen ergeben.

Wo es bei den Operations klemmt: Hürden bei der Umsetzung digitaler Strategien. Grafik: UDG

Wo es bei den Operations klemmt: Hürden bei der Umsetzung digitaler Strategien. Grafik: UDG

Zur Methodik: An der Online-Umfrage der UDG United Digital Group, die im Juni/Juli 2017 durchgeführt wurde, beteiligten sich 106 Führungskräfte und Experten aus großen und mittleren Unternehmen.

Foto: Unsplash.

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