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Dositej-Obradović-Preis 2017 an den Zsolnay Verlag

Im Rahmen der Belgrader Buchmesse, die gestern, Sonntag, mit einer Rede von Karl-Markus Gauß eröffnet wurde, erhält der Wiener Paul Zsolnay Verlag den Dositej-Obradović-Preis 2017. Die nach dem 1739 im Banat geborenen und 1811 in Belgrad gestorbenen Schriftsteller, Philosophen, polyglotten Reisenden und ersten Bildungsminister Serbiens benannte Auszeichnung würdigt internationale Verlage für die Herausgabe zeitgenössischer serbischer Literatur. Der Preis wird vom serbischen Kulturministerium und der Buchmesse Belgrad vergeben; Preisträgerverlage der vergangenen Jahre waren unter anderen Acantilado (Barcelona), Ciela (Sofia) und Jelenkor (Budapest).

Zsolnay-Verlagsleiter Herbert Ohrlinger in seiner Danksagung:
„Dositej Obradović war ein ausgebüchster Mönch, der durch die Welt zog, im osmanischen Smyrna (heute Izmir) Philosophie studierte, sich in Wien sechs Jahre der deutschen Sprache und Kultur widmete, in der Vojvodina und in Moldawien lehrte, in Leipzig sein erstes Buch schrieb und in einem Briefroman über seine Reisen nach Frankreich und England Auskunft gab.
Diese Form der Internationalität, die Verwendung der Volkssprache in der Literatur, darüber hinaus sein Eintreten für Aufklärung und Emanzipation – das alles gefällt mir sehr an Obradović, und ich freue mich sehr über die Zuerkennung des nach ihm benannten Preises. Gewiss ist diese Auszeichnung in erster Linie der neu bearbeiteten Übersetzungen und der Pflege des Werkes des Literaturnobelpreisträgers Ivo Andrić geschuldet, der Herausgabe seiner Erzählungen durch Karl-Markus Gauß. Nicht weniger denke ich jedoch an Bogdan Bogdanović, den Architekten, Schriftsteller, Lehrer, der frei, der vor allem grenzenlos dachte und jede Form des Nationalismus verabscheute. Drei wunderbare Bücher durfte ich mit ihm machen, darunter seine Erinnerungen Der verdammte Baumeister, die er nach seiner Vertreibung aus Belgrad im Wiener Exil in den neunziger Jahren geschrieben hat. Und ich denke an jene, ohne die wir in Deutschland, in Österreich und der Schweiz nicht in der Lage wären, die großartigen Bücher von Ivo Andrić, Bogdan Bogdanović, Aleksandar Tišma, Bora Ćosić, Dževad Karahasan, Dragan Velikić, Biljana Srbljanović, David Albahari zu lesen – an Übersetzer wie die viel zu früh gestorbene Barbara Antkowiak, an Katharina Wolf-Grießhaber, an Mirjana und Klaus Wittmann und andere.“

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