Mehr Besucher und mehr Politik

Die 69. Frankfurter Buchmesse wird nicht als unaufgeregte Arbeitsmesse im Gedächtnis bleiben. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron eröffnete Leistungsschau lockte mehr Besucher, überschattet wurde der Branchentreff durch Konfrontationen zwischen rechten und linken Gruppierungen.

Mit einem Besucherplus von 6,5 Prozent am Messewochenende und einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent an den Fachbesuchertagen schloss die Messe am Sonntag die Pforten. Die vom Team um Messedirektor Juergen Boos gemeldeten Eckdaten:

  • Insgesamt wurden an den Eingängen 286.425 Besucherinnen und Besucher gezählt, das entspricht einem Zuwachs von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Nach Angaben der Messe nahmen 7.300 Aussteller aus 102 Ländern teil (2016: 7153).
  • In der Messewoche fanden rund 4.000 Veranstaltungen statt. Das Literary Agents & Scouts Centre war mit 500 gebuchten Tischen, 788 Agenten und 321 Agenturen (davon 29 Neuaussteller) aus 30 Ländern erneut ausgebucht.
  • Beim Ehrengastauftritt Frankreichs unter dem Titel „Francfort en Français“ trafen 180 französischsprachige Autorinnen und Autoren bei rund 350 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in der Stadt ihre Leser.
  • Beim Business-Festival der Buchmesse The Arts + zeigten auf 3.000 Quadratmetern 54 Aussteller und 31 weitere Partner Projekte und Dienstleistungen, 120 Sprecher präsentierten ihre Vision für die Zukunft des Kreativsektors.

 

Die Buchmesse wird zur Bühne für die Politik

Eröffnet wurde Buchmesse von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Emmanuel Macron, Staatspräsident des Gastlandes Frankreich. In diesem Jahr nutzten zahlreiche Politiker, darunter die französische Kulturministerin Françoise Nyssen, die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters, Andrea Nahles, Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, der SPD-Vorsitzende Martin Schulz und der Präsident der Europäischen Linken Gregor Gysi, die Messe für Auftritte. Überschattet wurde die Buchmesse durch Konfrontationen zwischen rechten und linken Gruppierungen.

„Auf der Frankfurter Buchmesse kommen an fünf Tagen mehr als 280.000 Besucherinnen und Besucher aus über 150 Ländern zusammen. Sie ist ein Ort, der von einer enormen Vielfalt an Meinungen lebt. Wir lehnen die politische Haltung und verlegerischen Aktivitäten der Neuen Rechten entschieden ab. Dennoch sind wir als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verpflichtet. Konflikte bleiben hier nicht aus. In diesem Jahr wurden wir Zeugen von Handgreiflichkeiten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung verurteilen wir aufs Schärfste“, so Messedirektor Juergen Boos.

„Unsere Gesellschaft steht vor großen Fragen und Herausforderungen – das war auch auf der diesjährigen Buchmesse spürbar. Gerade jetzt sind Verlage und Buchhandlungen gefragt, um Debatten anzuregen, den Dialog und die politische Auseinandersetzung zu fördern. In den vergangenen Tagen hat sich die Buchbranche lebendig und vielfältig gezeigt und einen starken Appell für Meinungsfreiheit und Pluralismus, für eine offene und tolerante Gesellschaft von Frankfurt aus in die Welt gesendet“, betont Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

 

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