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MDR und ARD Degeto verfilmen Lutz Seilers mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Kruso“

 

Anfang September haben die Dreharbeiten für die filmische Adaption des Romans KRUSO von Lutz Seiler begonnen, der 2014 mit dem Uwe-Johnson-Preis sowie dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. KRUSO erzählt von der Utopie der Freiheit, die im letzten Sommer vor dem Zusammenbruch der DDR 1989 auf der legendenumwobenen Insel Hiddensee eine kleine Gruppe Aussteiger zu leben sucht. Hiddensee galt in der DDR als ein Ort für Andersdenkende, Intellektuelle, Künstler, Systemkritiker, ein „Sehnsuchtsort der Freiheit“.

Regie führt Thomas Stuber („Herbert“, „Tatort: Verbrannt“), das Drehbuch schrieb Thomas Kirchner („Der Turm“). Für die Kamera zeichnet Nikolai von Graevenitz verantwortlich. Albrecht Schuch spielt Kruso; Jonathan Berlin ist als Ed zu sehen. In weiteren Rollen spielen Andreas Leupold, Peter Schneider u.v.a.m. Gedreht wird bis Anfang Oktober 2017 u. a. in Litauen.

Jana Brandt, MDR-Fernsehfilmchefin: „Mit seinem fulminanten Roman führt uns Lutz Seiler in eine surreal anmutende Parallelwelt: Im letzten Sommer vor dem Mauerfall träumen seine Helden von der Freiheit. Eine verschworene Gemeinschaft von Saisonkräften, Aussteigern, die auf Hiddensee dem Alltag der DDR entrückt sind. Die Insel ist magischer Sehnsuchtsort und tragischer Fluchtpunkt zugleich. Dieser Stoff hat mich sofort fasziniert. Das filmische Erzählen ostdeutscher Geschichte gehört zur DNA des Mitteldeutschen Rundfunks: Dafür stehen ‚Der Turm‘, ‚Bornholmer Straße‘, ‚Nackt unter Wölfen‘ oder ‚Weissensee‘. Lutz Seilers sprachgewaltigen Roman einem großen Filmpublikum zugänglich zu machen, ist eine besondere Herausforderung. Ich freue mich, gemeinsam mit unseren Partnern, der ARD Degeto und der UFA, auf dieses anspruchsvolle Projekt.“

Nico Hofmann, Produzent und CEO UFA: „Lutz Seilers ‚Kruso‘ liest sich genauso spannend wie Uwe Tellkamps ‚Der Turm‘: Für mich – aus dem Westen stammend – ist ‚Kruso‘ eine faszinierende Introspektion in die Welt der oppositionellen Jugendkultur, von der ich in dieser Intensität noch nie erfahren hatte. Meine persönliche Spurensuche in Hiddensee wurde zum faszinierenden Ausflug in unbekanntes Terrain, und ich freue mich, dass Thomas Stuber, der bei mir in Ludwigsburg studiert hat, den hochinteressanten Biografien aus Lutz Seilers Roman ihre ganz eigene filmische Würde verleiht. Es ist ein Herzensprojekt zwischen Jana Brandt vom MDR und der UFA und nach der erfolgreichen Verfilmung von ‚Der Turm‘ eine weitere elementar wichtige Auseinandersetzung mit dem jungen, auch protestgeladenen Lebensgefühl in der DDR.“

Zum Inhalt: KRUSO handelt von der Männerfreundschaft zwischen Ed (Jonathan Berlin) und Kruso (Albrecht Schuch), die als Teil einer Gruppe von Aussteigern die Gaststätte „Zum Klausner“ auf Hiddensee betreiben. Die Ostseeinsel wird zum Rettungsanker für Menschen auf der Suche nach einer neuen Lebensperspektive. Vor der magischen Kulisse der Insellandschaft, in der geschlossenen Gesellschaft des Abwasch- und Kellnerpersonals eines Ausfluglokals, verdichten sich einzelne menschliche Schicksale und die großen Umbrüche eines politischen Systems zur Geschichte einer großen Freundschaft, deren Traum kühner ist als politische Systeme. Als immer mehr Menschen im Sommer 1989 die DDR verlassen, wird auch der „Klausner“ immer leerer und aus der schützenden Arche wird ein sinkendes Schiff, bei dem am Ende nur noch Kruso und Ed an Bord sind.

KRUSO ist eine UFA FICTION-Produktion in Koproduktion mit dem MDR und der ARD Degeto für Das Erste, gefördert durch die Mitteldeutsche Medienförderung, unterstützt durch das Lithuanian Film Centre. Die Redaktion liegt federführend bei Jana Brandt und Stephanie Dörner (MDR), Redakteurin bei der ARD Degeto ist Claudia Grässel. Produzenten sind Benjamin Benedict und Nico Hofmann, Producer ist Martin Bromber. Der Dreh dauert bis Anfang Oktober 2017. Sendetermin voraussichtlich im dritten Quartal 2018 im Ersten.

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