Jubel in Köln, Tharandt und Osterholz-Scharmbeck

Hildegund Laaff (M. Lengfeldsche Buchhandlung), Sabine und Ute Gartmann (Die Schatulle lies weise), Annaluise Erler (Buchhandlung Findus; Fotos: Michael Bause, Kim Wengoborski, Julius Erler)

Die Gewinner des dritten Deutschen Buchhandlungspreises stehen fest. Die Hauptpreise („Beste Buchhandlung“) von je 25.000 Euro gehen an ausgezeichnete Standort-Buchhandlungen in Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Insgesamt hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Donnerstag (30.8.) in Hannover 850.000 Euro zur Unterstützung kleinerer Buchhandlungen ausgeschüttet.

Die 117 Preisträger gehören vier verschiedenen Kategorien an:

  • Die 3 Hauptgewinner sind die M. Lengfeld’sche Buchhandlung in Köln, Schatulle lies weise in Osterholz-Scharmbeck (nördlich von Bremen) und die Buchhandlung Findus (Tharandt, westlich von Dresden), die als „Beste Buchhandlungen“ je 25.000 Euro Preisgeld erhalten.
  • Mit 15.000 Euro werden als „besonders herausragend“ die 5 Sortimente Strandläufer Verlagsbuchhandlung (Stralsund), Bücherwurm (Braunschweig), Müller & Böhm Literaturhandlung im Heine Haus (Düsseldorf), Büchers Best (Dresden) und Lesezeichen (Schmalkalden/Thüringen) prämiert.
  • 100 weitere ausgezeichnete Buchhandlungen erhalten jeweils 7000 Euro.
  • Ein undotiertes Gütesiegel nahmen 9 größere Vorzeigeunternehmen entgegen, die mehr als 1 Mio Euro jährlich umsetzen.

Der Hintergrund: Formale Voraussetzung für die Fördergelder aus dem Topf der Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist ein Jahresumsatz von unter 1 Mio Euro. 

Erstmals wurde auch ein Sonderpreis für herausragende und langjährige Verdienste um den deutschen Buchhandel vergeben, und zwar an die Buchhändlerin Helga Weyhe aus Salzwedel. Die 94-Jährige ist die Nichte des Kunstbuchhändlers Erhard Weyhe und eine der wenigen ihres Berufsstandes mit eigenem Wikipedia-Eintrag: Laut Online-Lexikon führt sie seit 1965 die Buchhandlung Weyhe in Salzwedel und „dürfte damit die älteste Buchhändlerin der Welt sein“.

Grütters hatte die Auszeichnung 2015 ins Leben gerufen, um kleine, inhabergeführte Geschäfte als „Schatztruhen unserer literarischen Kultur“ zu würdigen und direkt zu unterstützen. Der Gesamtetat hierfür liegt bei 1 Mio Euro, davon werden direkt an die Buchhandlungen 850.000 Euro ausgeschüttet. Die Jury hatte im Sommer die Vorauswahl getroffen und aus den knapp 502 Bewerbern insgesamt 117 preiswürdige Sortimente ausgesiebt.

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