Daniel Kampa sichert sich die Rechte an Georges Simenon

Daniel Kampa (Foto: Kilian Kessler)

Die Tageszeitung „Die Welt“  hat herausgefunden, wer die Rechte am Gesamtwerk von Georges Simenon (1903–1989) ergattert hat: Daniel Kampa wird in seinem 2018 startenden Kampa Verlag alle Maigret- und Non-Maigret-Romane des französischen Schriftstellers neu veröffentlichen. Kampa hatte bereits während seiner Zeit beim Diogenes Verlag das Werk von Simenon betreut.

Die Nachricht, dass Diogenes die Rechte an Simenon verloren hatte, setzte „Welt“-Redakteur Philipp Haibach auf die Spur. Im Rahmen seiner Recherche stieß er auf Kampa, der 20 Jahre bei Diogenes gearbeitet hatte, zuletzt seit 2004 als Mitglied der Geschäftsleitung und enger Mitarbeiter des Diogenes-Gründers und 2011 verstorbenen Verlegers Daniel Keel, bevor er im Herbst 2013 als Nachfolger von Günter Berg als Programmleiter zu Hoffmann und Campe wechselte. Im Juni 2017 hatte Kampa sich bei HoCa verabschiedet, um sich mit dem neu gegründeten Kampa Verlag selbstständig zu machen. In seiner Zeit bei Diogenes hatte er auch das Werk von Simenon betreut und unter anderem den Simenon-Band „Sein Leben in Bildern“ als Mitherausgeber veröffentlicht.

Danach gefragt, wem die deutschsprachigen Rechte an Simenon künftig übertragen werden, hatte Kampa Haibach zunächst an John Simenon verwiesen, der erklärte, dass Kampa das Werk seines Vaters künftig für den deutschsprachigen Raum veröffentlichen werde: „Kaum jemand im deutschsprachigen Raum kennt das Werk meines Vaters so gut wie Daniel Kampa, und ich freue mich sehr, dass wir unsere langjährige und fruchtbare Arbeitsbeziehung nun wieder aufnehmen. Kennengelernt haben wir uns im Diogenes Verlag, vor mehr als 15 Jahren, und schon damals hat mich sein unermüdliches Engagement für Georges Simenons Werk beeindruckt. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Kampa Verlag der ideale Publikationsort für die Bücher meines Vaters ist. Daniel Kampa wird Georges Simenons Vermächtnis pflegen, und schon bald werden zahlreiche jahrelang vergriffene Titel wieder lieferbar sein.“

John Simenon, der zweitälteste Sohn von Georges Simenon, verwaltet seit über 15 Jahren als CEO der Georges Simenon Ltd die Weltrechte am Werk seines Vaters, das in über 60 Sprachen erscheint und eine Gesamtauflage von über 500 Mio Exemplaren erreicht hat. Die deutschsprachigen Übersetzungen der Werke Simenons erschienen von 1954 bis 1979 bei Kiepenheuer & Witsch und anschließend im Diogenes Verlag.

Dass dieser die Rechte nach so vielen Jahren verlor, hatte die Frage nach einem Bieterwettstreit aufgeworfen. Kampa räumt mit diesen Gerüchten auf: „Es geht nicht um Millionenbeträge, wie jemand vermuten könnte, der mit den Gepflogenheiten der Verlagsbranche nicht vertraut ist. Es gibt Verlage, die mehr ausgeben für einen einzigen Bestseller als die Summe, die die Rechte am Gesamtwerk von Simenon für zehn Jahre kosten. Denn er wird zwar weiterhin sehr viel gelesen, aber 100 Bücher zu übersetzen, zu lektorieren, zu drucken, ist ein sehr großer Aufwand, und damit lässt sich wahrlich nur schwer Geld verdienen.“

Seine Pläne hat Kampa mittlerweile in einer Verlagsmeldung ausgebreitet:

  • Neuübersetzungen sind in Auftrag gegeben.
  • Non-Maigrets, die schon lange nicht mehr lieferbar sind, werden endlich wieder erhältlich sein.
  • Den meisten Romanen werden, zum ersten Mal in der deutschen Publikationshistorie, Nachworte bedeutender Autoren und Kritiker beigefügt.
  • Simenons autobiographische Schriften und Reportagen werden wieder aufgelegt, E-Book- und Hörbuch-Editionen sind in Vorbereitung.
  • Frühe Kriminalgeschichten werden zum allerersten Mal auf Deutsch erscheinen werden, außerdem ausgewählte Interviews, literaturkritische Schriften, Auszüge der „Dictées“ aus den letzten Lebensjahren des Autors, ein Bildband mit den Fotografien Simenons und vieles mehr.

Vor allem aber gelte es, Simenons belletristische Werke, die Maigret-Romane und die Non-Maigrets, rasch wieder in den Handel zu bringen: „In zwei Jahren werden sämtliche Maigrets wieder lieferbar sein“, verspricht Kampa.

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