Yougov-Studie: Die Mehrheit liest lieber gedruckt als digital

An Studien herrscht bekanntlich kein Mangel, insbesondere zum Lese- und Medienverhalten gibt es zahlreiche Umfragen. Jetzt hat der Energieriese Eon das Meinungsforschungsinstitut Yougov beauftragt, den Deutschen die Gretchenfrage zu stellen: Bücher lieber gedruckt oder digital? Das Ergebnis kann einem Stromversorger eigentlich nicht gefallen: 76% der Deutschen bevorzugen die klassischen Print-Ausgaben statt auf digitale Geräte wie E-Book-Reader, Tablet oder Smartphone zurückzugreifen. Gerade einmal 14% der Befragten haben im Urlaub einen E-Book-Reader dabei, 4% lesen auf dem Tablet und immerhin noch 2% auf dem Smartphone.

Da ein Energiekonzern damit natürlich keinen Staat machen kann, wird in der Pressemitteilung des Unternehmens das E-Book stark gemacht – mit amüsanten Vor- und Nachteil-Vergleichen. So wird unter dem Motto „praktisch versus emotional“ die „alte analoge Lesewelt“ ironisiert: „Bücherfans lesen nicht nur mit den Augen, für sie spielen auch Haptik und Geruch eine große Rolle. Da schleppt man doch gerne fünf Bücher im Koffer mit, statt auf die wesentlich leichteren Digitalgeräte umzusatteln.“

Es gibt aber auch einige interessante Erkenntnisse: 

  • Die Teilnehmer der Eon-Umfrage tippten bei den Stromkosten für ihren E-Book-Reader auf rund 30 Euro im Jahr, beim Smartphone rechneten sie im Schnitt sogar mit deutlich mehr. „Tatsächlich liegen die jährlichen Stromkosten für einen E-Book-Reader bei nur rund 30 Cent, wenn man jeden Tag eine Stunde liest“, klärt Uwe Kolks, Geschäftsführer Eon Energie Deutschland, auf. „Für das Smartphone schlagen weniger als 2 Euro zu Buche, und das für die gesamte Nutzung. Die Energiekosten für das Lesen sind hier also kaum der Rede wert.“ 
  • Unter dem Gesichtspunkt der Anschaffungskosten lohnen sich E-Reader jedoch nur für echte Vielleser: Erst nach etwa 50 gelesenen Büchern hat man weniger ausgegeben, als wenn man sich die Bücher in der Printversion gekauft hätte. Die meisten Deutschen lesen aber bei weitem nicht so viel: Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, im Jahr auf maximal 5 bis 6 Bücher zu kommen, die meisten lesen deutlich weniger. Geht man also von 5 Büchern im Jahr aus, rechnet sich der E-Book-Reader nach etwa acht Jahren. 
     

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