Deutsche Buchhandlung in Paris schließt

Die deutsche Literaturbuchhandlung Librairie Allemande hat Ende vergangener Woche in Paris geschlossen. Das wird nicht nur auf der Internetseite des Geschäfts verkündet, sondern findet auch Widerhall in den deutschen Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung“ und FAZ“. Hauptgründe für die Schließung sind demnach die Konkurrenz durch den Internetversandhandel sowie ein ausbleibendes Großkundengeschäft.

Inhaberin Iris Mönch-Hahn hatte die unabhängige Buchhandlung im Pariser Quartier Latin 2015 gegründet und neben der Kundenberatung auf persönliche Kontakte und relativ niedrige Preise gesetzt – sie verkaufte die Bücher in Frankreich zum deutschen Ladenpreis. Auch war sie mit Literaturlesungen als Veranstalterin tätig, um neben dem Handel einen Treffpunkt für Literaturfreunde zu etablieren.

Jahrzehntelang Anlaufstelle für Germanophile in Paris: Von 1981 bis 2015 betrieb Marissal in der Rue Rambuteau an der Schnittstelle zwischen dem Hallenviertel und dem Marais eine Buchhandlung voll deutscher Literatur (Foto: buchreport-Archiv)

Die Librairie ist nicht die erste deutsche Buchhandlung, die in der französischen Hauptstadt scheitert. So schloss 2015 der Hamburger Buchhändler Günther Marissal das Geschäft Marissal Bücher Paris gegenüber dem Centre Georges Pompidou nach 34 Jahren. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien durch Mietsteigerungen, sinkende Umsätze und steigende Logistikkosten nicht mehr tragbar, begründete Marissal damals.

Der deutschsprachige Buchhandel in Frankreichs Hauptstadt sei „eine Abfolge von Schließungen“, kommentiert die „Süddeutsche Zeitung“. Mit der Librairie verliere Paris eine wichtige Adresse, die „stilvoll zum Deutschlesen“ eingeladen habe.

Kommentare

4 Kommentare zu "Deutsche Buchhandlung in Paris schließt"

  1. Michael Moser | 30. Juli 2017 um 18:25 | Antworten

    Es ist offensichtlich, dass ein Ladengeschäft für Bücher in Konkurrenz zum Internethandel kaum ausschliesslich nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und aus eigener Kraft überleben kann. Das ist übrigens auch für die französischen Läden der Fall, nur dass in diesem Fall der Kulturetat des französischen Staates aushilft, dem es Wert ist, dass seine Sprache Unterstützung erfährt.

  2. Le Pape Marilyne | 19. Juli 2017 um 23:01 | Antworten

    Sie sollten Ihre Infos einmal prüfen: Gisela Kaufmann hat immer noch Ihre Buchhandlung in Montmartre. Am letzten Sonntag habe ich dort einige Bücher gekauft.
    Ihr Geschäft rue Burq ist jetzt die letzte deutsche Literaturbuchhandlung in Paris.

  3. FLECK GABRIELE | 19. Juli 2017 um 22:28 | Antworten

    das ist ein grosser verlust und beschaemend fuer die deutschen firmen und verwaltungen in paris die es nicht fuer noetig hielten diesen letzten buchladen und seine passionnierte inhaberin durch auftraege zu unterstuetzen

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