Frequenzschwund: Kundenbindung ist der Schlüssel

Wie lässt sich der Schwund der Kundenfrequenz in den Einkaufszonen abfedern? Die Verlage Oetinger, Delius Klasing und HarperCollins  suchen in Kooperation mit dem Mediacampus Frankfurt Antworten auf die Herausforderung der Stunde. Angesagt ist ein engeres Heranrücken an den Handel.

Auf Initiative der Verlage hat der Branchennachwuchs eine Reihe von Lösungsansätzen entwickelt. Die Ergebnisse wurde auf den Buchtagen in Berlin präsentiert. Einige Kernpunkte aus der Empfehlungsliste:

  • Mit den Kommunen und anderen Einzelhändlern zusammenarbeiten und dabei Partner aus der Kultur und den Medien einbinden.
  • Die Zielgruppen genauer analysieren und das Sortiment passgenauer ausrichten.
  • Ambiente schaffen und persönliche Beziehungen zu den Kunden aufbauen.
  • Die eigenen Stärken (besonders auch mit Blick auf den E-Commerce-Schiene) deutlicher herausstellen.
  • Bei der Kundenbindung kommen auch die Verlage ins Spiel, die ihr Arsenal an Werbmaßnahmen überdenken sollen.

An dieser Stelle gibt es offenbar noch viel zu optimieren. „Wir wünschen uns dringend einen ehrlichen Dialog über die Wirksamkeit von Werbemitteln. Sagen Sie uns, was wir verbessern müssen, damit wir unsere Werbebudgets zielgerichteter einsetzen können“, sagte Annette Beetz, Geschäftsführerin Marketing und Vertrieb der Verlagsgruppe Random House.

Das Projekt mit dem Mediacampus soll den Anstoß für engeres Zusammenrücken mit dem Handel liefern. „Wir sollten uns bemühen, eine gemeinsame Plattform für den Austausch über solche Themen zu schaffen”, erklärte Thilo Schmid, Leiter Gesamtvertrieb und Marketing der Oetinger-Gruppe.

Kommentare

1 Kommentar zu "Frequenzschwund: Kundenbindung ist der Schlüssel"

  1. Matthias Ulmer | 16. Juni 2017 um 11:26 | Antworten

    Das kann es doch nicht sein, dass wir den Rückgang der Kundenfrequenz in den Innenstädten hinnehmen und uns um die verbliebenen Kunden kloppen. Ein Jahr später ist die Zahl dann noch geringer und dann nützt auch die gesteigerte Kundenbindung nichts mehr, weil irgendwann der Umsatz pro Kunde die sinkende Frequenz eben nicht mehr ausgleicht. Dann macht der nächste Einzelhändler dicht usw.
    Wir müssen als Gesellschaft uns fragen, wie wir uns unsere Innenstädte wünschen: voller Büros und abends ohne Menschen oder voller Läden und Gastronomie und am Abend lebendig. Man kann gegensteuern mit Flächennutzungsplänen, die Umwidmungen von Einzelhandelsflächen verhindern. Man kann bei der Ansiedlung von Großflächen am Stadtrand blockieren. Man kann Öffentliche Verkehrsmittel in den Innenstädten kostenlos machen. Man kann Einkaufszentren verhindern. Man kann Benachteiligungen des stationären Handels gegenüber Versandhandel abbauen. Man kann steuern in die Verkehrsströme eingreifen. Man kann die Arbeitsbedingungen und Löhne der Versandzusteller angehen. Man kann mit Mietpreisbindungen oder mit kostenlosen Infrastrukturleistungen wie Entsorgung im Innenstadtbereich fördern. Es gibt sicher noch hundert weitere Möglichkeiten. Man muss es nur wollen und dann auch politisch angehen.
    Es wird am Ende keine Kostenfrage sein. Denn die Folgekosten leerer Innenstädte sind enorm. Das schlägt sich auf die Wirtschaftsentwicklung nieder, auf den Tourismus, auf die Attraktivität für Arbeitssuchende, auf die gesellschaftlichen Folgekosten von Unsicherheit und Verwahrlosung öffentlicher Räume und die Folgekosten einer Gesellschaft, die sich nicht mehr begegnet, außer wenn sie die Pakete vom DHL-Boten annimmt.

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