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»America first!« lässt wenig Lizenz-Spielraum

Der Rechtehandel mit den USA bleibt weiterhin eine Einbahnstraße. 2016 wurden lediglich 45 deutsche Romane ins Amerikanische übersetzt. Aber Bestsellererfolge u.a. von Nina George und Peter Wohlleben machen Mut.

Rechtehandel pur: Im Agentencenter geht es während der Frankfurter Buchmesse zu wie in einem Bienenhaus. Bereits Monate vor Messebeginn sind alle Plätze ausverkauft. Die London Book Fair und die Kinderbuchmesse in Bologna sind die beiden anderen internationalen Pflichttermine für Rechtehändler (Foto: Frankfurter buchmesse/Mark Jacquemin).

Übersetzungen im US-Markt – im buchreport.magazin 6/2017

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„America first!“, das Schlagwort, mit dem US-Präsident Donald Trump 2016 im Wahlkampf gepunktet hat, wird von den amerikanischen Verlagen schon lange umgesetzt – beim Einkauf von Übersetzungsrechten. Ähnlich wie Großbritannien ist der US-Buchmarkt für übersetzte Literatur zwar nicht geschlossen, aber doch sehr schwer zugänglich.

Das gilt auch für Bücher „Made in Germany“. „Kein leichtes Brot“, charakterisiert Riky Stock, stellvertretende Leiterin des Frankfurter Buchmesse Büros New York (vormals German Book Office) die Situation (s. Kasten „Frankfurt in New York“ am Ende des Beitrags). Stock muss es wissen, denn zu ihren Aufgaben gehört es u.a., US-Verleger mit deutschen Rechtehändlern zu vernetzen.

Wie schleppend sich das Lizenzgeschäft darstellt, hält Open-Letter-Verleger Chad Post (s. Interview am Ende des Beitrags) seit 2010 in einer Statistik fest. Zwar erfassen seine Zahlen nur erzählerische Werke und Lyrik, aber der Trend ist eindeutig. Der Markt bewegt sich auf niedrigstem Niveau und verharrt seit einigen Jahren knapp ober- bzw. unterhalb der 600er-Marke:

  • 2016 wurden 605 Bücher ins Amerikanische übersetzt (+22).
  • 2015 waren es nur 583 (–20).
  • Erstmals wurden 2014 mehr als 600 Bücher übersetzt (603/+56).

„Das ist natürlich viel zu wenig, aber mehr ist momentan wohl nicht drin“, kommentiert Post. Zum Vergleich: Laut „Buch und Buchhandel in Zahlen“ wurden 2016 aus allen Warengruppen 10.179 Titel ins Deutsche übertragen. Leider gibt es in den USA eine ähnliche Auswertung nicht. Anekdotisch berichtet Riky Stock, dass das Interesse amerikanischer Verlage an Sachbüchern sowie Kinder- und Jugendliteratur in letzter Zeit zugenommen hat.

Die wichtigsten Kennzahlen für 2016:

  • Die 605 übersetzten Bücher stammen von Autoren aus 87 Ländern.
  • Wie schon seit einigen Jahren steht Frankreich mit 71 übersetzten Titeln an der Spitze; das entspricht einem Marktanteil von 11,7%.
  • ...

Kommentare

2 Kommentare zu "»America first!« lässt wenig Lizenz-Spielraum"

  1. Kleine Anmerkung: Das Buch von Nina George heißt „Das Lavendelzimmer“ (nicht „Das Bernsteinzimmer“).

    Viele Grüße
    C

    • Lena Scherer | 1. Juni 2017 um 10:09 | Antworten

      Liebe Frau Aker,
      damit haben Sie natürlich völlig Recht. Ich habe den Fehler im Artikel korrigiert.
      Danke für den Hinweis und viele Grüße aus der buchreport-Redaktion!

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