ZDF schießt scharf gegen KNV

In seinem „Mittagsmagazin“ hat der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ZDF einen Beitrag über die Arbeitsbedingungen im Erfurter Logistikzentrum von KNV ausgestrahlt. Darin kritisieren unter anderem ehemalige Mitarbeiter das Unternehmen scharf. Tenor: Die Gründung eines Betriebsrats werde verhindert und den Mitarbeitern eine unvertretbare Arbeitszeitregelung zugemutet.

Der dreiminütige Beitrag lässt sich über die Mediathek des ZDF abrufen. Inzwischen haben die drei KNV-Geschäftsführer Oliver Voerster, Thomas Raff und Uwe Ratajczak mit einer Stellungnahme reagiert, die sich an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtet. Hier das Statement (in Auszügen) im Wortlaut:

„Im Mittagsmagazin des ZDF ist ein dreiminütiger Bericht über KNV Logistik am 10. Mai 2017 ausgestrahlt worden, in dem kritisiert wird, dass die Arbeitszeiten unberechenbar seien und versucht werde, die Bildung eines Betriebsrats zu behindern. Trotz eines ausführlichen Gesprächs/Fernsehinterviews unserer Geschäftsleitung mit der Redakteurin vor Ort in unserer neuen Logistik und trotz eines aufklärenden Telefonats von Herrn Hilmar Maier (Betriebsratsvorsitzender KNV) über Betriebsratsarbeit in unseren Unternehmen ist die Redakteurin leider weitgehend bei ihrer vorgefassten Meinung geblieben, die erkennbar und klar einseitig beeinflusst war.

Das Problem kurzfristiger Veränderungen der Arbeitszeiten war bei KNV Logistik ein temporäres Problem und betraf auch nur einen Teil der Belegschaft. In Krisenzeiten des Hochlaufs mussten wir über einige Wochen und Monate eine hohe Flexibilität von unseren Mitarbeitern abfragen, die zum großen Teil dafür auch Verständnis hatten und dazu bereit waren. Leider wurde in dem Beitrag auch nicht darüber berichtet und somit der Öffentlichkeit vorenthalten, dass seit langem sich ändernde Arbeitszeiten im Wesentlichen nur noch auf die Endzeiten der Spätschicht der Kommissionierung beziehen, also nur noch auf eine kleinen Teil unserer Belegschaft in Erfurt, wie das auch schon immer an unseren alten Standorten der Fall war. Hierüber wurden alle Mitarbeiter bei der Einstellung informiert, dass dies für unser Geschäft unvermeidlich ist. Als Buchgroßhändler ist es der Kern unseres Geschäftsmodells, Kundenbestellungen aus den Buchhandlungen über Nacht zu liefern. Aufgrund verschiedener Einflüsse schwanken hier die Volumina sehr stark. (…)

Der Vorwurf zur Verhinderung einer Betriebsratsbildung ist aus der Luft gegriffen. Die Bildung eines Betriebsrats wurde bei KNV Logistik nicht behindert und es gab aus einem solchen Grund auch keine einzige Kündigung. Für unsere Geschäftsleitung ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit gewählten Betriebsräten seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit. Es ist eine Entscheidung unserer Mitarbeiter, ob diese einen Betriebsrat bei KNV Logistik haben wollen oder nicht. Wir glauben, dass unsere Mitarbeiter es schätzen, wie ernst wir uns mit deren Anliegen beschäftigen und mit wie viel Engagement wir daran arbeiten, uns kontinuierlich zu verbessern.“

Kommentare

4 Kommentare zu "ZDF schießt scharf gegen KNV"

  1. UNFASSBAR!!!! Wie sich die Geschäftsführung wieder einmal versucht aus der Verantwortung zu ziehen. Fakt ist, dass nach wie vor die Arbeitszeiten wöchentlich kurzfristig geändert werden und zudem massiv dagegen vorgegangen wird, einen Betriebsrat zuzulassen. Das beste Beispiel die AKTION, in welcher vor einiger Zeit Verdi daran gehindert wurde auf das Betriebsgelände zu gelangen. PKW Kontrollen mit gültigem Betriebsausweis wurden damals durchgeführt. Oder noch absurder. Bei einem Verdi Treffen (Sonntags!) ist der allseits bekannte Abteilungsleiter Herr K. im Hintergrund aufgetaucht, um sich daran teilnehemnde Mitarbeiter zu notieren, worauf hin diese schikaniert oder gleich entlassen wurden. Was bei KNV in Erfurt abgeht und wie dort einige einzelne (*) Vorgesezte, insb. Herr K. mit den Menschen umspringen, spottet jeder Vorstellung und wie dies dann noch – wissend – im Hintergrung klein geredet wird, ist mittlerweile einfach nur noch peinlich! Wenn in dieser Firma nicht bald die Gründung eines Betriebsrat zugelassen wird, wird sie an den (*) Vorgesetzten wie Hernn K. zu Grunde gehen. Es ist wirklich traurig, denn viele hatten einmal Hoffnung in diesen neu entstandenen Arbeitsplatz in Erfurt gesetzt und zu Beginn der Tätigkeit war man auch nicht unzufrieden. Aber diese ständig stattfindende Willkür, insbesondere auf die Arbeitszeiten bezogen und das mittlerweile täglich stattfindede respektlose Verhalten, gegenüber Mitarbeiter die schon derart viel Verständis aufbringen mussten ist wirklich nicht mehr auszuhalten. Liebe Geschäftsführung und sehr geehrter Herr K., stehen sie endlich zu ihren Fehlern und lassen die Gründung eines Betriebsrats zu. So kann und darf man nicht mit seinen zuverlässigen Mitarbeitern umgehen!!!
    ————————————————–
    (*redaktionell ediert: Bitte bleiben Sie sachlich.)

  2. Nicht zu fassen…Was für eine Ignoranz von den Herren von KNV Logistik scheinbar läuft man blind durch das Unternehmen.. nach wie vor werden die Leute mit den Spontanen Arbeitszeiten kaputt gespielt …wie heißt es so schön Leben und Leben lassen…Es ist tatsächlich so das man versucht einen Betriebsrat zu unterbinden und warum wohl…diese ganze Willkür die bei KNV Logistik an den Tag gelegt wird..Könnte ja dann unterbunden werden und „Führungskräfte“ sollten meiner Meinung nach Leute sein die wissen was sie tun und wie sie einem Mitarbeiter gegenüber treten und nicht Ihre“ Macht“ausspielen…

  3. Die Kritik ist völlig berechtigt! Völlig inkompetente Vorgesetzte…systematische Unterdrückung von Mitarbeitern die irgendwas kritisch äußern…Und jaaa ein Betriebsrat wird hier von oben nach unten massiv versucht zu unterbinden…hier liegt verdammt viel im Argen und die Belegschaft ist in keinster Weise zufrieden sondern richtig sauer über derartige Methoden und permanent ändernde Schichtzeiten…in dieser Firma geht man einfach nur kaputt!

  4. Harald Wesser | 13. Mai 2017 um 21:02 | Antworten

    Hallo. Die Aussagen der Führung von knv sind der blanke Hohn! Dies entspricht nicht der Wahrheit! NOCH immer werden Kollegen, die für einen BETRIEBSRAT kämpfen, Steine in den Weg gelegt. Es ist an der Zeit, Druck von außen, auf Knv ein zu bringen.

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