Die Potenziale der Produktion 4.0: Wie Publisher profitieren (können)

Die Druckindustrie hat das Konzept Industrie 4.0 weitgehend realisiert. Sie ist damit so weit wie keine andere Produktions-Branche. Verlage können Druckbetriebe vielfältig in ihre Produktionskette integrieren. Die Potenziale lassen sich an Prozess-Schritten deutlich machen.

Michael Lemster ist Unternehmensberater (alvoloconsult.de) und Journalist. Er betreut die buchreport-Fachinformationsplattform Pubiz.de sowie diverse Fachinformations-Channel auf buchreport.de (Foto: Fotostudio Wessely).

Alle reden von Industrie 4.0. Auch die Vordenker in den Verlagen führen den Begriff im Mund und meinen damit die konsequente Automatisierung des Automatisierbaren. Ullstein-Produktionsleiterin Michaela Philipzen etwa möchte „entlang der kompletten Supply Chain vernetzte und miteinander sprechende Systeme etablieren“. Was in den meisten Verlagen noch ein Zukunftsprojekt ist, hat die Druckindustrie zum großen Teil bereits verwirklicht. Prozessautomatisierung und Machine-to-Machine-Kommunikation, die Basismerkmale von Industrie 4.0, gehören in vielen Betrieben längst zum Alltag. So weit automatisiert wie die Druckereien ist kaum eine andere Manufacturing-Branche.

Aber rufen deutsche Verlagshersteller diese Leistungen auch ab? An dieser Stelle sind Signale der Frustration aus der Industrie zu hören. Einige Betriebe monieren, auf ihren beträchtlichen Investitionen in Inline-Produktion, Web-to-Print-Lösungen oder ERP-Integration noch sitzen zu bleiben. Verlagsberater und Peter-Lang-Verleger Sven Fund zufolge hindern Sorgen um einen Verlust der Kontrolle über den Einkaufsprozess und vielleicht auch um die Qualität der Produkte die Verlage daran, ihrerseits zu investieren.

Andererseits haben Herstellungs-Manager in einigen Verlagen und Producer in der Werbewirtschaft erkannt, welche Vorteile ihnen Prozess-Automatisierung und -integration bringen. Sie beginnen, Druckbetriebe auf vielfältige Weise in ihre Produktionskette zu integrieren. Die Potenziale dieser Vorgehensweise sind erheblich und bringen eine Flexibilisierung, die positive Auswirkungen auf alle Ecken des „magischen Dreiecks“ haben kann:

  • Kosten: Die Integration von Offset- und Digitaldrucksystemen erlaubt „Auflagen nach Maß“, Web-to-Print stellt hohe Preistransparenz her.
  • Geschwindigkeit: Inline-Fertigung und Fulfillment-Dienstleistungen beschleunigen Produktions- und Lieferkette.
  • Qualität: Die Vollautomatisierung von Prozessen erlaubt kundenindividuelle Massenproduktion und „Auflage 1“, also die Anpassung an kleinste Käufergruppen, auch in der Printwelt.

(Foto:123rf.comprofile/zefart)

Das wird im Folgenden an vier Aspekten der Produktion deutlich gemacht:

1. Web-to-Print

2. Inline-Herstellung und Digitaldruck

3. Fulfillment und Logistik

4. Systemintegration

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