Detlef Bluhm: »Am wichtigsten ist der unmittelbare Austausch«

In dieser Woche laden im Rahmen der bundesweiten Aktion Verlagebesuchen 81 Verlage zu verschiedenen Veranstaltungen in ihre Geschäftsräume ein. Das Projekt feierte im vergangenen Jahr in Berlin mit 23 Veranstaltungen und knapp 500 Besuchern Premiere. Jetzt folgt die zweite Ausgabe mit teilnehmenden Verlagen in ganz Deutschland. Initiator Detlef Bluhm, Geschäftsführer des Börsenverein-Landesverbands Berlin-Brandenburg, erklärt die Ziele der Aktion, die bewusst am Wochenende des Welttags des Buches (23. April) stattfindet.

Detlef Bluhm (Foto: privat)

Haben Buchverlage ein Imageproblem?

Ja, wir stehen zumindest vor der großen Herausforderung, Lesern zu vermitteln, was Verlage eigentlich leisten. Neben rechtlichen Problemen von der Beteiligung an den VG-Wort-Erlösen bis zum Urhebervertragsrecht haben die Verlage derzeit mit einem gesellschaftlichen Klima zu kämpfen, in dem immer wieder die Frage aufkommt, wofür sie überhaupt noch gebraucht werden. Das diesbezügliche Unwissen führt dazu, dass Verlage immer weiter an den Rand gedrängt werden. Da setzen wir mit dem Projekt Verlagebesuchen an, ohne mit der pädagogischen Keule zu schwingen. Wir wollen interessierten Menschen etwa erklären, wie viele Schritte zwischen Lektorat und Vertrieb nötig sind, um aus einem Manuskript ein gutes und verkäufliches Buch zu machen.

Warum bieten sich dazu Besuche bei Verlagen an?

Das Treffen vor Ort ermöglicht einen besonders anschaulichen Eindruck und bietet einen guten Rahmen für den persönlichen Kontakt. Am wichtigsten für das Projekt ist der unmittelbare Austausch zwischen Verlag und Publikum. Im vergangenen Jahr hat sich bereits gezeigt, dass die Besucher eine große Neugier und viele Fragen mitbringen: Bei manchen Veranstaltungen folgte auf 45 Minuten Programm eine 90-minütige Fragerunde.

Welches Publikum wird erreicht?

Das Publikum ist sehr heterogen, weil jeder Verlag über seine Kanäle andere Zielgruppen anspricht – es nehmen ja Publikums-, Ratgeber- und Fachverlage teil. Im vergangenen Jahr haben wir drei Hauptzielgruppen ausgemacht: Die weitaus größte bilden interessierte Leser, die einmal hinter die Kulissen eines Buchverlags schauen wollen. Dann gibt es angehende Autoren und als dritte Gruppe, über die ich mich besonders gefreut habe, Auszubildende aus dem Buchhandel, die frei bekommen haben, um sich bei den Verlagsbesuchen praktisch weiterzubilden.

Lassen sich neben der Arbeitsatmosphäre und den Buchprogrammen auch Branchenthemen vermitteln?

Im vergangenen Jahr hat das Publikum viele Fragen zum Urheberrecht gestellt, weil das Thema auch öffentlich diskutiert wurde. Ich nehme an, dass diesmal unter anderem über die VG Wort gesprochen wird. Uns geht es aber nicht darum, bei den Veranstaltungen vorformulierte Positionen zu vertreten. Das würden die Verlage auch gar nicht tun. Zum dezentralen Konzept gehört, dass die Verlage alle Fragen aus ihrer jeweiligen Perspektive beantworten.

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