Die Nachfrage nach IT-Fachkräften steigt weiter dramatisch

Frank Schabel, Kommunikationschef Hays Deutschland. Foto: Hays AG

Einmal mehr erweist der Fachkräfte-Nachschub im IT-Bereich sich als limitierender Faktor bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Nahezu alle Branchen leiden an diesem Mangel, denn Automatisierung und Digitalisierung haben alle auf ihrer Entwicklungs-Roadmap. Für die Medienbranche wird es auch in Zukunft darauf ankommen, qualifizierte IT-Kräfte zu interessieren und an sich zu binden. Allein auf ihre viel beschworene „Strahlkraft“ zu setzen, dürfte nicht ausreichen, meinen Experten im HR-Channel von buchreport. Neben einem guten Entlohnungspaket kommt es dabei auf Gestaltungsfreiheit und eine akzeptable Work-Life-Balance an.

Der Stellenmarkt für Fachkräfte verlief auch im 4. Quartal 2016 dynamisch: Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Hays-Fachkräfte-Index insgesamt um drei Punkte an, resümiert Frank Schabel, Leiter Marketing/ Corporate Communications bei der Hays AG. Stärker nachgefragt haben Unternehmen branchenübergreifend vor allem IT-Fachkräfte. 

Update: Inzwischen ist der Fachkräfte-Index für das 1. Quartal 2017 erschienen, hier die aktuellen Zahlen.

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Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Hays-Index im letzten Quartal von 117 auf 126 Punkte an. Dabei ragen die Nachfrage nach Netzwerkadministratoren (von 131 auf 148 Indexpunkte) und aus dem Handel (von 178 auf 210 Indexpunkte) noch aus dem guten Ergebnis heraus. Seit Jahren behauptet sich damit die Nachfrage nach IT-Fachkräften im Spitzenbereich.

Für das Managen der immer komplexer werdenden IT-Landschaften in Organisationen wächst der Bedarf an IT-Fachkräften, die den laufenden Betrieb steuern und verwalten. Der Indexwert für Netzwerkadministratoren hat mit 148 Punkten den höchsten Wert seit 2011 erreicht. Prozentual wuchs der Index für diese Experten in den letzten fünf Jahren am stärksten an. In absoluten Zahlen wird nach Anwendungsentwicklern am zweithäufigsten gesucht.


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IT-Fachkräfte: Flaschenhals beim Handel

Im Handel hat sich die Zahl der Stellengebote für IT-Fachkräfte pro Quartal seit Beginn der Aufzeichnung des Index im Jahr 2011 mehr als verdoppelt. Mit den wachsenden vernetzten Online-Lösungen für den Handel von Waren stieg auch die Nachfrage nach IT-Experten kontinuierlich an. Anwendungsentwickler sind bei IT-Fachkräften nach absoluten Zahlen bemessen die Expertengruppe, die mit weitem Abstand am häufigsten gesucht wird. Bei ihnen kletterte der Index im letzten Quartal um elf auf 123 Indexpunkte an.

Neben dem Handel hat im letzten Quartal auch der Maschinenbau deutlich mehr IT-Experten gesucht als im 3. Quartal 2016. Der Index stieg für diesen Bereich von 181 auf 206 Punkte. In der IT-Branche selbst bewegte sich die Nachfrage auf dem gleichen Niveau wie im Vorquartal. Dagegen fiel die Zahl der Stellenangebote für IT-Experten aus der Automobilbranche (von 91 auf 87 Indexpunkte) und in der Telekommunikationsindustrie (von 93 auf 84 Indexpunkte).

Auch Ingenieure werden vermehrt gesucht (Index von 86 auf 94). Den Stellenmarkt positiv beeinflusst hat zudem die höhere Anzahl an Stellenangeboten für Spezialisten aller Couleur aus dem Handel (Index von 137 auf 153) sowie aus dem Maschinenbau (Index von 94 auf 107).

Verzweifelt gesucht: Vertriebs- und Marketingspezialisten

Die zahlenmäßig am häufigsten gesuchten Fachkräfte sind IT-Spezialisten, gefolgt von Vertriebs- und Marketingspezialisten. Für Letztere verlief der Stellenmarkt im Vergleich zum Vorquartal stabil und ohne signifikante Schwankungen. Bei IT-Fachkräften suchten Unternehmen deutlich stärker als im Vorquartal sowohl Anwendungsentwickler (Index von 112 auf 123) als auch Netzwerkadministratoren (Index von 131 auf 148). Ein Blick auf die absoluten Zahlen zeigt, dass Anwendungsentwickler um ein Mehrfaches häufiger gesucht werden als andere IT-Spezialisten. Vor allem im Bereich Handel (Indexwert von 178 auf 210) und Maschinenbau (181 auf 206) erhöhte sich die Zahl der Stellenangebote für IT-Spezialisten im letzten Quartal.

Bei der positiven Entwicklung des Stellenmarkts für Ingenieure fällt die stark gestiegene Nachfrage nach Automatisierungstechnikern (Indexwert von 123 auf 147) ins Gewicht. Auch für die Gruppe der Qualitätsmanager stieg der Index im 4. Quartal 2016 von 84 auf 94 Punkte an. Für die zahlenmäßig am häufigsten gesuchten Konstrukteure kletterte der Index immerhin um sieben Punkte an (Indexwert von 82 auf 89). Bei den Branchen ragen der Maschinenbau mit 15 Punkten Zuwachs (Indexwert von 74 auf 89) und Ingenieurbüros mit einem Plus von 16 Punkten (Indexwert von 101 auf 117) heraus. Dagegen wurden aus der IT-Industrie deutlich weniger Ingenieure als noch im Quartal zuvor nachgefragt (Indexwert von 163 auf 150).

Die Nachfrage nach Finance-Spezialisten hat sich gegen den positiven Trend leicht verringert. Sie sank um vier Indexpunkte auf den Wert von 77. Dies lag vor allem an der geringeren Zahl an Stellenangeboten für Controller (Index von 67 auf 64). Zudem suchte vor allem die Elektrotechnikindustrie (Index von 114 auf 104) weniger häufig nach Finance-Fachkräften.

Auch in der Medienwirtschaft werden IT-Fachkräfte aller Sparten gesucht. Die Branche kann zwar hin und wieder mit dem Glamourfaktor bei Bewerbern punkten. Aber kommen Entscheidungskompetenzen, Entfaltungsspielraum und nicht zuletzt die Gehaltsfrage aufs Tapet, locken andere Branchen die raren Bewerber fast unwiderstehlich zu sich herüber. Dies behindert den Wandel der Verlage hin zu digitalem Produzieren und digitaler Vermarktung der Produkte, wie Personalberaterin Kirsten Steffen von Bommersheim Consulting aus zahllosen Gesprächen mit Kandidaten und Recruitern weiß.

Industrie 4.0 überall auf der Agenda

„Die deutlich gestiegene Nachfrage nach Automatisierungstechnikern und nach Ingenieuren aus dem Maschinenbau zeigt: Mittlerweile arbeiten viele Unternehmen an der Industrie 4.0 und verstärken ihre Expertenteams. Die hohe Zahl der Stellenangebote aus dem Handel verweist auf die steigende Binnennachfrage, die in dieser Branche neue Arbeitsplätze entstehen lässt“, kommentiert Dirk Hahn, Vorstand der Hays AG, den aktuellen Index.

Der Hays-Fachkräfte-Index basiert auf einer quartalsweisen Auswertung aller Stellenanzeigen in regionalen und überregionalen Tageszeitungen sowie der meistfrequentierten Online-Jobbörsen. Den Referenzwert von 100 bildet das 1. Quartal 2011.

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