Michael Adam: Der Branche helfen, neue Technologien zu verstehen

Michael Adam, Storydocks (Bild: Jule Bräu)

Besonders im Zuge der Digitalisierung ist die Durchlässigkeit innerhalb der einzelnen Medienbranchen sowie zu andere Branchen größer geworden. Die Zahl der Quereinsteiger ist deutlich gewachsen. In einer Serie beschreiben Medien-Manager im HR-Channel von buchreport, was sie dort reizt, überrascht und enttäuscht, was sie bewegen möchten und wo sie gestalten können. Heute: Michael Adam, Geschäftsführer der Storydocks, einer Ausgründung der Verlag Friedrich Oetinger GmbH, die sich um digitales Storytelling kümmert.

Der Oetinger Verlag ist Heimat zahlloser Kinderbuchklassiker von Pippi Langstrumpf bis zum Sams. Am Oetinger-Standort in der Hamburger Max-Brauer-Allee begreift man die Digitalisierung als große Chance. 2015 startete Verleger Till Weitendorf mit Storydocks eine interessante Ausgründung: ein interdisziplinäres Team von über 50 Mitarbeitern, das die zukünftigen Marken und Geschäftsmodelle der Publishing- und Medienbranche mitgestalten soll – als technologischer und inhaltlicher Leuchtturm für den Verlag.

Name: Michael Adam
Alter: 41
Unternehmen: Storydocks GmbH
Position: Geschäftsführer

Woher kommen Sie? / Wo stehen Sie? / Wohin wollen Sie?
Ich habe als StartUp-Gründer im Bereich E-Commerce und als Unternehmensberater für den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle bereits in verschiedenen Medienindustrien gearbeitet. Heute nehme ich als Geschäftsführer der Storydocks, einer Ausgründung des Verlag Friedrich Oetinger, nicht nur eine beratende Funktion ein, sondern möchte unsere Ideen aktiv vorantreiben: Wir wollen als Company Builder und digitaler Innovationshub das Storytelling der Zukunft gestalten und übergreifende Plattformen um unsere Produkte aufbauen, von denen nicht nur unsere Kunden begeistert sind, sondern von denen letztlich die ganze Branche profitieren kann.


Mehr Artikel zum Thema Personalmanagement finden Sie im HR-Channel von buchreport und Bommersheim Consulting.


Was reizt Sie an der Medienbranche?
Wir haben die Chance, mit Hilfe von Technologie neue Medienerlebnisse zu schaffen, die kleine wie große Nutzer faszinieren und begeistern können. Das finde ich ganz großartig.

Die bisher angenehmste Überraschung in der Medienbranche?
Auf jeden Fall das große kreative Potenzial, das derzeit versucht, sich im Digitalen einen Weg hin zu mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu bahnen.

Und die größte Enttäuschung?
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade die Buchbranche im Jahreszyklus aus Messen, Vorschauen und Programmplanungen sehr fest getaktet ist. Hier wäre etwas mehr Agilität und Start-Up-Dynamik manchmal wünschenswert.

Was möchten Sie bewegen?
Wir wollen der Branche dabei helfen, den Wert von neuen Technologien und innovativen Methoden der Produktentwicklung zu verstehen und gemeinsam Geschäftsmodelle entwickeln, für die Kunden auch in Zukunft bereit sind, zu bezahlen.

Haben Sie eine Spielwiese? Welche?
Spielwiesen haben wir viele bei Storydocks, seien es Technologien oder auch Produkte. Hier haben wir eher das Luxusproblem, den ganzen Innovationsgeist unserer Organisation aufzufangen. Da ist es sehr spannend auszuprobieren, mit welchen Veränderungen – seien es organisatorische oder beispielsweise auch räumliche – man welches Potenzial freisetzen oder auch kanalisieren kann.

Können Sie genug gestalten? Wo?
Absolut. Bei Storydocks sind alle nötigen Voraussetzungen erfüllt, um selbst Produkte zu entwickeln, die ein faszinierendes Medienerlebnis bieten und von deren Erfolg am Markt wir überzeugt sind. Dabei denken wir stets in iterativen Evolutionsprozessen von der ersten Idee bis hin zum fertigen, nachhaltigen Geschäftsmodell.

Was stresst Sie?
Stress ist eigentlich meistens steuerbar und für mich auch eine Einstellungssache. Positiven Stress empfinde ich, wenn in der stark arbeitsteiligen Realisierung digitaler Produkte alles zur richtigen Zeit zusammen kommt und ein „Flow“ im ganzen Team entsteht, der energetisierend wirkt und vorantreibt.

Ihre wichtigste App
a) beruflich: TigerCreate ShowCase App – hier zeigen wir Verlags- und Content-Partnern anhand spannender Beispiele, was mittlerweile alles mit unserer Animationssoftware im Bereich 2D/3D/Augmented Reality möglich ist
b) privat: Road Bike – für den täglichen sportlichen Ehrgeiz auf dem Weg ins Büro

Ihr persönlicher Blick in die Glaskugel: Wie werden die Menschen in zehn Jahren Medien konsumieren?
Der Medienkonsum wird ein umfassenderes, mit allen Sinnen erfahrbares und interaktives Erlebnis sein, bei welchem Technologie den unverzichtbaren Enabler darstellt. Im Zentrum werden aber weiterhin die Geschichten und der Content stehen – denn eine Technologie ist nur dann gut, wenn sie sich für den Nutzer nicht wie Technik anfühlt, sondern wie eine ganz natürliche Form der Interaktion.

Alle Teile der Serie „Heimat Medienbranche“ finden Sie hier.

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