„Mediziner müsste man sein…“ Welche Gehälter Fachkräfte in Deutschland erwarten

Verlage sind aus vielen Gründen attraktive Arbeitgeber. Dennoch müssen auch sie wettbewerbsfähige Gehälter bieten. Eine umfangreiche Studie auf Basis von 60.000 Befragungen zeigt branchenübergreifend, was aktuell gezahlt wird. Akademisch ausgebildete Fachkräfte erhalten ihr zufolge deutlich höhere Gehälter als ihre Kollegen ohne Studienabschluss. Wer einen Mastergrad vorweisen kann, darf zudem ein Gehaltsplus von fünf Prozent im Vergleich zu Bachelor-Absolventen erwarten. Großunternehmen zahlen etwa ein Drittel mehr als Kleinunternehmen.

Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt einer vollzeitbeschäftigten Fach- oder Führungskräft liegt in Deutschland bei genau 57.150 Euro – variable Anteile eingeschlossen. Frau Mustermann muss nach wie vor mit deutlich geringeren Zahlungen rechnen – je nach Berufsgruppe bis zu einem Drittel. Im Vertrieb und Verkauf sind es etwa 29 Prozent.

Das zeigt der jährliche Gehaltsreport 2017, für den die Online-Jobbörse StepStone etwa 60.000 Fachkräfte befragt hat. Auf der Basis von

  • Ausbildungsgang
  • Branche
  • Berufsgruppe
  • Geschlecht
  • Betriebsgröße des Arbeitgebers
  • Region

wurden anschließend die Durchschnittsgehälter ermittelt.

Gender Pay Gap noch nicht geschlossen

Gehälter der Führungs- und Fachkräfte mit medizinischer Ausbildung im Bommersheim Consulting HR-Channel von buchreport

Gehälter der Mediziner in Deutschland. Bild: StepStone Deutschland

In der „Gender Pay Gap“ stecken mehrere Faktoren der Ungleichheit: Erstens sind Frauen in den leitenden Positionen nach wie vor unterrepräsentiert, das zeigt der Blick in die Organigramme der meisten Branchen – auch der Publishingbranche oder des Handels. Zweitens verdienen Frauen in identischer Position immer noch etwa fünf Prozent weniger als Männer – bei immerhin leicht abnehmender Tendenz.

Fachkräfte mit akademischer Ausbildung bekommen mit durchschnittlich 64.700 Euro deutlich höhere Gehälter als ihre Kollegen ohne Studienabschluss, die sich im Schnitt mit 47.200 Euro bescheiden müssen. Wer einen Masterabschluss vorweisen kann, erhält zudem ein Gehaltsplus von fünf Prozent im Vergleich zu Bachelor-Absolventen.

Der Faktor Studienfach im Gehaltsniveau

Interessant für Fachverlage: Ganz oben auf dem Treppchen stehen mit den höchsten Durchschnittsgehältern die Ärzte und Zahnmediziner (82.700 Euro), die Ingenieure (65.200 Euro) und die Juristen (62.400 Euro). Akademiker mit Abschlüssen in Geschichts- und Kulturwissenschaften (46.800 Euro), Design (46.000 Euro) und Erziehungswissenschaften (45.100 Euro) erhalten dagegen häufig unterdurchschnittliche Gehälter. Ein Geisteswissenschaftler liegt damit im Schnitt über 40 Prozent niedriger als ein Mediziner.

Die Betriebsgröße wirkt sich unterschiedlich aus

Nach wie vor stimmt es grundsätzlich, dass Großunternehmen besser zahlen als kleine und mittelständische Betriebe (KMU). Die StepStone-Studie unterscheidet zwischen drei Größenklassen:

  • bis 500 Beschäftigte
  • 501 bis 1000 Beschäftigte
  • über 1.000 Beschäftigte
Gehälter der Führungs- und Fachkräfte ausgewählter Branchen im Bommersheim Consulting HR-Channel von buchreport

Gehälter in den Top-Branchen in Deutschland. Bild: StepStone Deutschland

Die allermeisten Medienunternehmen liegen in der ersten Gruppe. Die StepStone-Zahlen zeigen, wie hoch der Sog der Konzerne in den unterschiedlichen Berufsgruppen theoretisch ist – freilich allein bezogen auf die finanzielle Dotierung. Großunternehmen zahlen IT-Kräften im Schnitt 26 Prozent mehr. Ein Personaler, der aus einem kleinen KMU in einen Großkonzern wechselt, darf 21 Prozent mehr Gehalt erwarten. Im Marketing sind es 34 Prozent. Entsprechend ist der Migrationsdrang aus den KMU und damit aus den Verlagen – entsprechende immaterielle Kompensation muss die qualifizierten Mitarbeiter halten helfen.

Analog üben Branchen mit hohem Gehaltslevel auf Mitarbeiter in Querschnittsfunktionen eine besondere Anziehungskraft aus. So geht etwa ein IT-ler im Banksektor mit durchschnittlich 73.434 Euro Jahresgehalt nach Hause. Die Gehalts-„Könige“ unter den IT-lern sind übrigens die SAP- und ERP-Berater und -Entwickler mit 79.795 Euro Jahressalär. Bei den IT-Fachkräften wirkt sich im übrigen Personalverantwortung besonders positiv auf das Gehalt aus: der Zuwachs beträgt durchschnittlich 27 Prozent.

Einfluss der Bundesländer auf das Gehaltsniveau

Die großen Verlagsstandorte München, Stuttgart, Köln und Frankfurt liegen fast sämtlich in der Zone höchster Gehälter mit Durchschnittswerten bei und über 60.000 Euro und damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Hamburg liegt mit 56.825 Euro etwas unter dem Durchschnitt. In Sachsen mit Leipzig wird mit 42.285 Euro weit unterdurchschnittlich gezahlt.

Variable Gehaltskomponenten entscheiden noch nicht wirklich über den Lebensstandard. Lediglich im Bereich Vertrieb, der den Umsatz hereinholt, steigt der durchschnittliche variable Gehaltsanteil über 10 Prozent (12 Prozent), in allen übrigen Berufsgruppen liegt er im einstelligen Bereich.

 

Zum vollständigen StepStone Gehaltsreport 2017

 

Teaserbild: Tim Reckmann – flickr Lizenz: CC by-nc-sa 2.0

Kommentare

1 Kommentar zu "„Mediziner müsste man sein…“ Welche Gehälter Fachkräfte in Deutschland erwarten"

  1. Es gibt halt immer in der Medizin viel Arbeit. Außerdem muss man lange studieren um dorthin zu kommen. Geld muss auch investiert werden um zu studieren. Laut allejobs gibt es mehr als 20.000 Berufe als „Mediziner“ https://allejobs.jetzt/jobs/keyword/mediziner

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