»Heimelig, ein warmer Ort«

 

Ich lebe in Innsbruck, in dieser wunderbaren Stadt schaffe ich. Gemütlich sitze ich in meinem Sessel und tauche ab in meine Bücherwelt. Hin und wieder der Blick aus dem Fenster, in den Himmel, auf die Berge. Mein Arbeitszimmer ist Heimat. Eine rote Wand, eine Schreibtischplatte aus Kupfereiche, überall Bücher, eine Staffelei und meine Leinwände, Computer, meine Schreibbücher. Heimelig ist es, ein warmer Ort, an dem ich mich wohlfühle. Wenn ich nicht unterwegs bin, schreibe ich hier.

Fotowerk Aichinger

Mit Füllfeder auf Papier. Die Erstfassungen meiner Romane entstehen immer handschriftlich, ich lasse mir Zeit, mein Schreiben wird bedächtiger, langsamer, konzentrierter. Keine Ablenkung durch Facebook, keine Mails, nur Musik, die ich dabei höre. Egal ob ich zu Hause in meinem Büro bin oder unterwegs auf Lesereise, wenn ich schreibe, setze ich mir die Kopfhörer auf und verschwinde. Ich habe das Glück, dass ich auch unterwegs schreiben kann, egal wo, im Zug, im Café, an der Hotelbar, es funktioniert an allen Orten. Auch in der Sauna übrigens.

Aber am gemütlichsten ist es natürlich daheim, am vertrautesten. Meine Familie ist ganz in der Nähe, hinter der Arbeitszimmertür sind die Menschen, die mir Heimat sind. Meistens steht die Tür offen und die Kinder rennen herum, ich feile an einem Satz oder arbeite an einem Bild.

Fotowerk Aichinger

Kalligrafien sind es, Grafit, Kohle und Acryl auf Leinwand, ein wunderbarer Ausgleich zum täglichen Morden, das Malen in den Schreibpausen, das Schreiben in den Malpausen. Dazwischen ein Glas Wein, wieder der Blick aus dem Fenster und plötzlich die Kinder auf meinem Schoss, die wollen, dass ich ihnen vorlese. Nicht aus meinen Büchern, sondern aus ihren. Pippi Langstrumpf. Die Heldin meiner Kindheit, die auch heute noch alle verzaubert, die mich zum Schreiben brachte. Meine Kinder lieben sie. Pippi, Tommy, Annika.

Ich wollte solche verrückten, unvergesslichen Figuren erschaffen, wie es Astrid Lindgren getan hat, Charaktere erfinden, die man liebt, denen man bedingungslos folgt. Mit 15 träumte ich schon davon, Schriftsteller zu werden, lange und hart habe ich dafür gearbeitet, sieben Bücher habe ich geschrieben, bis ich den Durchbruch schaffte. Mit der „Totenfrau“-Trilogie ist mein Traum wahr geworden. Vom Schreiben leben. Am Schreibtisch sitzen und mit Worten ganze Welten entstehen lassen, LeserInnen begeistern. Es gibt neben der Liebe nichts Schöneres für mich. Mich hinsetzen, nachdenken, Ideen reifen lassen und sie zu Papier bringen. Glücklich und dankbar Seite für Seite füllen. Hoffentlich lange noch und viele.

(Foto: Fotowerk Aichinger)

Bernhard Aichner

Mit dem Erzählband „Babalon“ (Skarabäus Verlag, 2000) kam die Autorenkarriere von Bernhard Aichner (Jahrgang 1972) ins Rollen. Weitere Romane, Hörspiele und Theaterstücke folgten. Den Wechsel ins Krimifach markiert seine Max-Broll-Reihe, die bei Haymon erschienen ist. Der Sprung auf die SPIEGEL-Bestsellerliste gelang dem Innsbrucker Schriftsteller, der auch als Fotograf und bildender Künstler tätig ist, 2014 mit der Figur der Bestatterin Brünhilde Blum. Auf buchreports Österreich-Bestsellerliste für den Monat Januar belegt der Trilogie-Abschluss „Totenrausch“ sogar die Spitzenposition. Die Rechte der „Totenfrau“-Trilogie hat btb bereits in 15 Länder verkauft. Ein amerikanischer Sender arbeitet derzeit daran, die Vorlage als Fernsehserie zu adaptieren. Für die Reihe posiert Aichner auch selbst als Totengräber (Foto).

Bestseller

Titel bester Platz Verweildauer*
Totenrausch (1/2017) 33 1 Woche
Totenhaus (8/2015) 22 3 Wochen
Totenfrau (3/2014) 31 10 Wochen
* Verweildauer auf der SPIEGEL-Bestsellerliste HC Belletristik, Quelle: buchreport

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