Die „FAZ“ klingelt beim Kopp-Verlag

Eine weitere Zeitung arbeitet sich am Kopp Verlag ab: Die „FAZ“ bringt einen umfangreichen Beitrag über den umstrittenen Verlag, wobei Redakteur Rüdiger Soldt den Verleger Jochen Kopp selbst jedoch nicht zu sprechen bekam. Ein Interview sei in Aussicht gestellt worden, doch dann war Funkstille, berichtet Soldt. Er versuchte es mit einem unangekündigten Spontanbesuch bei dem Rottenburger Verlag, der in einem Gewerbegebiet angesiedelt ist, wurde aber an der Pforte abgewiesen.

Ausführlich berichtet Soldt von mehreren vom Verlag ausgerichteten Kongressen, die er besuchte, und er sprach mit einem Kritiker des Verlags, einem ehemaligen Ortsvorsteher der Nachbargemeinde, der seit Jahren gegen den Kopp Verlag kämpfe, „allerdings nicht immer mit Erfolg.“

Soldt nimmt sich die Publikationen des Verlags vor: Die Veröffentlichungen reichten von Enthüllungswerken über Ufos, Geheimgesellschaften und Außerirdische bis zu kritischen Büchern über die Flüchtlingskrise, die den Kopp Verlag nach Meinung Soldts zunehmend zum „Ideenlieferanten für die Anhänger von AfD und Pegida, Rechtsextremisten und andere Kritiker der Merkelschen Flüchtlingspolitik“ gemacht hätten.

Es werden auch einige Kennzahlen des Verlags genannt: Der Umsatz wird auf „etwa 10 Millionen Euro“ geschätzt, nach Verlagsangaben versenden 60 Mitarbeiter pro Tag bis zu 25.000 Bücher. In Rottenburg sammelte Soldt auch Stimmen zum Verleger Jochen Kopp, der „durchaus als freundlicher Mensch“ beschrieben werde. „Aussteiger aus seiner Firma gibt es angeblich nicht“, meint der „FAZ“-Redakteur zweifelnd, aber auch er konnte offensichtlich keine finden.

Eine Anfrage beim Verfassungsschutz fällt ebenfalls negativ aus: „Der baden-württembergische Verfassungsschutz beobachtet den Verlag nicht“, berichtet Soldt, der seinen Beitrag wie folgt zum Abschluss bringt: „Der Kopp-Verlag hat auch ‚Das große Detox-Buch‘ im Programm. Es handelt aber von der Belastung des Körpers durch Umweltgifte. Um die giftigen Thesen der Kopp-Autoren wieder aus der Welt zu schaffen, hilft es nicht.“

Kommentare

1 Kommentar zu "Die „FAZ“ klingelt beim Kopp-Verlag"

  1. Mal wieder ein Artikel über den Kopp-Verlag. Nachdem die FAZ bereits 2015 einen Bericht über den Verlag veröffentlichte, nun ein weiterer Versuch, Selbigen nicht im besten Licht dastehen zu lassen. Damals titelte die FAZ “ Die Angstindustrie” und beschwor das Bild eines Hortes der “ kruden Theorien und populistischer Thesen” und “ Willkommen in der Welt der Verschwörer, Populisten und Paranoiden. Eine Welt, die man lange getrost ignorieren konnte, die seit einiger Zeit aber nicht mehr zu übersehen ist.” Starke Worte, die offensichtlich nicht so verfangen haben wie gehofft. Oder was ist der Grund, jetzt schon wieder einen umfangreichen Artikel aufzulegen, der erneut versucht den Verlag zu diskreditieren. Diesmal muss der Titel “Heimatplanet für rechtsextreme Ufologen” herhalten, um jedem klar zu machen, dass hier nur Spinner und Verirrte unterwegs sind. Dazu werden Thesen, Buchtitel etc. aus dem Zusammenhang herausgefiltert, in dem
    Bemühen alles absurd und lächerlich erscheinen zu lassen. Selbst das neue Industriegebiet in dem der Verlag gebaut hat, versucht man dabei zu verunglimpfen. Geradezu lächerlich. Wer den Verlag und dessen Programm kennt, erkennt schnell, dass dieser Artikel eine bewusst negative und tendenziöse Darstellung ist. Aber was tut man nicht alles, wenn, wie im Falle FAZ, die Auflagen schwinden. Für mich, der ich das Programm einigermaßen kenne, einige Bücher gelesen und auch schon mal eine der diversen Kongresse besucht habe, ist der FAZ Artikel alles andere als überzeugend.

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