E-Books: Kobo steigt ins Flatrate-Geschäft ein

 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Kobo ein Flatratemodell für E-Books anbietet – Jahre, nachdem Skoobe und Amazon entsprechende Pauschalzugänge zu digitalen Inhalten gestartet hatten. Für den ersten Aufschlag von „Kobo Plus“ hat sich die kanadische Tochter des japanischen E-Commerce-Giganten Rakuten einen beliebten Testmarkt ausgesucht.

  • Mit 40.000 Titeln – darunter 16.000 niederländische, 18.500 englische und zusammen rund 100 deutsche, französische, spanische und portugiesische Titel – hat Kobo die hauseigene Flatrate „Kobo Plus“ für den niederländischen und belgischen Markt gestartet. Partner ist der Internetshop bol.com (einst von Bertelsmann gegründet). Für den Flatrate-üblichen Preis von 9,99 Euro pro Monat erhält der Leser Zugriff auf den Katalog. Weitere Details des Angebots:
  • Laut Kobo zählen sowohl Frontlist- als auch Backlist-Titel zum Sortiment, das in den kommenden Monaten stark ausgebaut werden soll (insgesamt hat bol.com 2,4 Mio E-Books auf der Plattform).
  • Die E-Books können sowohl auf E-Readern als auch in den E-Reading-Apps gelesen werden.
  • Leser können das Angebot 30 Tage lang kostenlos nutzen.
  • Laut Kobo wurde das Flatrate-Angebot im Dialog mit Verlagen konzipiert auf Basis eines „Fair-share-Modells“, bei dem die Auszahlungen aus einem Pool der gesamten Aboerlöse erfolgen – dies sorge dafür, dass sich Verlage langfristig engagierten.
Vergütung aus einem Pool

Details zum Verteilungsplan nennt Kobo nicht, das Blog The Digital Reader hat jedoch einen Vertrag veröffentlicht, der zumindest die Konditionen für Autoren zeigt:

  • Wenn ein Leser mehr als 20% eines Buches gelesen hat, wird der Autor aus dem Pool der Abo-Einnahmen vergütet; 60% des gesamten Pools erhalten demnach Autoren.
  • Der Vergütungsschlüssel berücksichtigt neben dem Listenpreis auch die Leseaktivitäten aller „Kobo Plus“-Nutzer (also Anzahl der Lektüren eines bestimmten Titels) – anders als bei Amazons Kindle Unlimited (im Falle von Selfpublishern) erfolgt die Vergütung also nicht seitenweise, sondern auf Basis der Anzahl der Lektüren. Als Amazon ebenfalls dieses Modell (statt der seitenweisen Bezahlung) zugrunde legte, sorgten die Autoren mit vielen kurzen E-Books für hohe Ausschüttungen.

Warum Benelux? bol.com, dort E-Commerce-Marktführer für Medien, wird bereits seit 2014 von Kobo mit E-Books beliefert. Besonders der niederländische Markt ist beliebt als Testballon in der Buchbranche, weil die Leser-Dichte groß ist und Amazon dort erst spät (Ende 2014) eingestiegen ist – amazon.nl umfasst allerdings nur das Kindle-Sortiment, keine anderen Warengruppen, was den großen Vorsprung von bol.com erklärt.

Zuletzt hat das Start-up Bookchoice mit einem alternativen Club-Modell die Niederlande als Testballon für Europa ausgesucht.

Folgt Tolino mit einem Abo?

Bleibt die Frage, ob Kobo als neuer Technikpartner der Tolino-Allianz seinen Flatrate-Ansatz jetzt auch in Deutschland ausrollt – da die Kanadier jetzt offenbar über die Ausleih-Technologie verfügen. Eine Anfrage von buchreport blieb bislang unbeantwortet. Aus dem Umfeld von Tolino ist zu hören, dass man sich tatsächlich intensiv mit dem Thema E-Book-Verleih beschäftigt, allerdings sei kein „All-you-can-read“-Ansatz wie bei Kobo Plus geplant.

Fotos: Kobo

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