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Christen wählen zwischen Lutherrose und Ölzweig

Es ist das meistverkaufte Werk der Literaturgeschichte, keines wurde häufiger gedruckt, keines in mehr Sprachen übersetzt. Dennoch kommt es nicht allzu häufig vor, dass ein solcher Bestseller gleich in zwei neuen Übersetzungen erscheint: Mit den revidierten Ausgaben von Lutherbibel (Deutsche Bibelgesellschaft – DBG) und Einheitsübersetzung (Katholisches Bibelwerk) bekommen die Christen in Deutschland nach längerer Zeit wieder eine Überarbeitung ihres zentralen Glaubenstextes – und der religiöse Buchmarkt einen wichtigen Umsatzgaranten, wie die ersten Verkaufszahlen zeigen.

Dass damit Katholiken und Protestanten jeweils neue Bibeln erhalten, reizt natürlich zu einer vergleichenden Betrachtung, wobei sich – jedenfalls bei den Verlagen – beide Seiten naturgemäß darum bemühen, den Eindruck eines Konkurrenzverhältnisses auszuräumen: Für Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, spielen konfessionelle Grenzen beim Bibelkauf keine große Rolle: „Ich werde mir die neue Einheitsübersetzung kaufen, so wie Katholiken sich die Lutherbibel besorgen.“

Auch für Winfried Kuhn, Geschäftsführer des Katholischen Bibelwerks, stehen die beiden Neuübersetzungen nicht in Wettbewerb zueinander, „weil die Bibel sich selbst nicht angreift“. Schließlich seien bei beiden Ausgaben vermutlich mehr als 95% der Inhalte identisch, fügt er hinzu. Mit der Deutschen Bibelgesellschaft sei man befreundet, in vielen Gremien arbeite man eng zusammen und jeder beackere jeweils seine eigenen Marktsegmente. „Wenn ich Belletristik verlegen würde, könnte man unter Umständen von Konkurrenz sprechen, aber bei der Bibel ist es eine Ergänzung.“

Zwar wird im Editorial der Vorschau des Katholischen Bibelwerks mit Blick auf die große potenzielle Käuferzielgruppe der Einheitsübersetzung die Zahl von 31,2 Mio Mitgliedern der Katholischen Kirche im Vergleich zu 25,3 Mio Protestanten gesetzt, aber das relativiert Kuhn wieder mit der größeren Bibeltradition Letzterer.

Von Nachfrage überrascht

Ein zumindest für den Buchmarkt ausschlaggebender Faktor sind dagegen die Erscheinungstermine gewesen: Die Lutherbibel kam zuerst auf den Markt, mit ihrem Verkaufsstart im Oktober ...

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