Publikumsverlage: Die Frage der Sichtbarkeit

Die IG Belletristik und Sachbuch tagt in München. Das Foto (buchreport/Thomas Wilking) zeigt Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller bei seinem Grußwort. Vorne links sitzen in der ersten Reihe die Sprecher der IG (v.l.): Felicitas von Lovenberg (Piper Verlag), Andreas Rötzer (Matthes & Seitz), Annette Beetz (Verlagsgruppe Random House).

Auch im Jahr 1 nach dem VG Wort-Schock stehen das Thema der Verwertungserlöse und weitere Urheberrechtsfragen oben auf der Verleger-Agenda, so auch beim Neujahrsauftakt der Publikumsverlage in München, die erstmals unter dem Label Interessengruppe Belletristik und Sachbuch zusammenkommen. Aber operativen Gestaltungsspielraum gibt es aktuell wenig, weil offen ist, inwieweit Autoren auf ihre Nachforderungsansprüche verzichten und wie verbindlich sich eine zukünftige Wiederbeteiligung der Verlage an den Verwertungserlösen materialisieren lassen.

Deutlich geworden ist, dass die Verlage hinsichtlich ihrer Rolle und Leistungen Aufklärungsarbeit leisten müssen, was auch für andere Verlags­sparten gilt (s. die Agenda der Wissenschaftsverlagskonferenz APE).

Zentrale Fragen fürs Publikumsgeschäft

Die Publikumsverlage haben darüber hinaus mit Blick aufs Tagesgeschäft u.a. folgende Themen auf dem Zettel:

  • In die Preisgestaltung ist im vergangenen Jahr Bewegung gekommen und das hat auch spürbare Effekte auf die Umsätze gehabt. Die Preisschwellen weichen aber nur langsam auf: So befand sich ein Drittel aller 2016 verkauften Romane in der klassischen Taschenbuch-Preisschublade 9,90 bis 9,99 Euro; lediglich 7% der abgesetzten Belletristik lag oberhalb der 20-Euro-Schwelle und trug damit immerhin 15% zum Umsatz der Warengruppe bei (s. auch buchreport.datei am Ende des Artikels).
  • Die Bestsellerzentrierung hat das gerade abgeschlossene Weihnachtsgeschäft deutlich gemacht: Die 10 bestverkauften Romane haben im Dezember gut 10% des Belletristikumsatzes bestritten, die Top 100 gut 28%. Wie weit lassen sich die Programme angesichts der Fokussierung auf Toptitel weiter verknappen und was bedeutet dies für den Aufbau neuer Autoren?
  • Die Sichtbarkeit des Titelangebots wird weiterhin wesentlich durch den stationären Buchhandel geleistet, allerdings an weniger Standorten und auf reduzierten Flächen, was die Bestsellerkonzentration tendenziell verstärkt. Zudem geht stationär die Kundenfrequenz zurück, weshalb Annette Beetz, Marketing- und Vertriebschefin beim Publikums-Marktführer Random House, im buchreport-Interview (hier gehts zum Premium-Artikel) die Notwendigkeit unterstreicht, „auch als Verlage eine direkte, interaktive Kundenbeziehung“ zu den Lesern herzustellen: „Die zahlreichen technischen Möglichkeiten können wir nutzen, um auf digitalem Wege sehr spezifisch für Interesse an unseren Inhalten zu sorgen.“

Mehr Informationen zum Markt

In eigener Sache: buchreport baut das Informationsangebot im Belletristik- und Sachbuchsegment aus:

  • Beginnend in der Ausgabe buchreport.express 02/2017 wird monatlich eine Bestsellerliste zu den Märkten in Österreich und der Schweiz mit ihren Besonderheiten veröffentlicht.
  • Neben Deutschland und Österreich wird es künftig auch Umsatztrend-Auswertungen zum deutschsprachigen Schweizer Markt geben.
  • Darüber hinaus wird monatlich eine buchhandelsnahe E-Book-Bestsellerliste erstellt.

Basis ist jeweils das Buchhandelspanel von Media Control.

 

Meistverwendete Buchpreise in der Belletristik

Preisspanne

Absatzanteil

Umsatzanteil

 9 bis 10 €

36%

30%

14 bis 15 €

8%

10%

19 bis 29 €

6%

10%

12 bis 13 €

6%

7%

 8 bis  9 €

6%

4%

 6 bis  7 €

5%

3%

Markt: Deutschland 2016, Datenbasis: Media Control

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