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Bastei Lübbe verkauft Mehrheit an Räder

Frisches Geld für Bastei Lübbe: Der börsennotierte Publikumsverlag verkauft die Mehrheit an dem im Dezember 2011 übernommenen Bochumer Geschenkeartikler Räder. „Konkret ist geplant, zum Jahresende 100% der Anteile an Räder im Rahmen eines Asset Deals in eine neue GmbH einzubringen, an der Bastei Lübbe zukünftig noch 20% halten wird“, teilt das Unternehmen mit. Bastei Lübbe fließen damit 14,1 Mio Euro zu.

Die neue Räder GmbH werde gemeinsam mit der MBH Mamisch Beteiligungsholding GmbH (Grünwald) gegründet. Diese soll 80% der Anteile halten. „Wir haben ein attraktives Angebot erhalten und gleichzeitig einen idealen Partner für die Zukunft von Räder gefunden. Damit können wir auch zukünftig an der positiven Entwicklung des Unternehmens partizipieren. So wurde uns die Entscheidung für den Verkauf leicht gemacht“, kommentiert Thomas Schierack, Vorstandsvorsitzender von Bastei Lübbe, den Deal. Im Detail ist ein mehrstufiger Verkaufs- und Beteiligungsprozess geplant:

  • Zunächst wird gemeinsam mit der MBH Mamisch Beteiligungsholding GmbH die Räder GmbH mit Sitz in Bochum gegründet. An der neuen GmbH wird Bastei Lübbe 20% halten, die MBH Mamisch Beteiligungsholding 80%.
  • Die neue Räder GmbH kauft der Bastei Lübbe AG alle Markenrechte und 100% der Assets an der Geschäftssparte Räder ab. Der Kaufpreis hierfür beträgt 14,1 Mio Euro. Die MBH Mamisch Beteiligungsholding GmbH mit Sitz in Grünwald wird zu 100% privat von Tarek Mamisch gehalten.

Der Geschäftspartner von Bastei Lübbe war vor Jahren in einen Betrugsskandal im Gesundheitswesen verwickelt. Mamisch war geschäftsführender Gesellschafter von Globudent, einer Dentalfirma, die gemeinsam mit Zahnärzten Kassen und Patienten mit künstlichen Zähnen aus Asien um Millionen Euro prellte. Mamisch wurde dafür verurteilt.

Der Aufsichtsrat von Bastei Lübbe hat die Pläne bereits abgesegnet. Der Vertrag steht noch unter zwei aufschiebenden Wirksamkeitsvorbehalten. Im Bastei Lübbe Konzern generierte Räder im vergangenen Geschäftsjahr 17 Mio Euro Umsatz.

Für Bastei-Lübbe-Vorstand Klaus Kluge hat die Transaktion „eine hohe industrielle Logik“. Kluge: „Wir haben Räder im Jahr 2011 gekauft; damals sah die Welt im Buchhandel allerdings noch anders aus. Heute kämpfen wir mit rückläufigen Flächen im Handel. Räder entwickelt sich zwar weiterhin sehr positiv und dynamisch, allerdings kommt das Wachstum wesentlich von neuen Absatzkanälen jenseits des klassischen Sortimentsbuchhandels“. Und weiter: „Damit entfernt sich Räder immer weiter von unserem Kerngeschäft. Nun haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir das Unternehmen auch international gemeinsam weiterentwickeln können. Das ist eine nahezu ideale Lösung.“

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