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Das E-Book-Menetekel

Das E-Book-Menetekel

 

Stadtbibliothek Bielefeld (Foto: Stadtbibliothek Bielefeld)

Seit öffentliche Bibliotheken den Verleih von E-Books forcieren, sorgen sich Verlage um ihre Erlöse. Diese Befürchtung wird durch das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Bibliotheksausleihe genährt.

Der Grundkonflikt liegt in dem aus Lesersicht günstigen Download-Zugang via Bibliothek, der die höherpreisigen Vertriebsmodelle der Verlage mutmaßlich behindert. Verlage haben deshalb in der Vergangenheit zum Teil Titel für Bibliotheken gesperrt oder Modelle entwickelt, bei denen die Bibliotheken anders als bei gedruckten Büchern teurere bzw. begrenzte Lizenzen erwerben können.

Diese Praxis wird jetzt durch ein EuGH-Urteil in Frage gestellt, das eine Gleichbehandlung von E-Books und gedruckten Büchern formuliert. Diese Auffassung hat hohe Brisanz, weil die Verlage am Ende womöglich leer ausgehen:

  • Es könnte bedeuten, dass wie bei der Ausleihe gedruckter Bücher auch die Nutzung von E-Books lediglich mit einer relativ niedrigen Bibliothekstantieme abgegolten wird.
  • Die Bibliothekstantieme sammelt die Verwertungsgesellschaft Wort ein, die nach aktuellem ...

Kommentare

1 Kommentar zu "Das E-Book-Menetekel"

  1. Immer nicht erwähnt wird in diesem Zusammenhang merkwürdigerweise, dass Onleihe etc. ja auch eine nicht ganz unwesentliche Pirateriequelle darstellt. Die Leihmodelle basieren auf Hard DRM, und das ist natürlich ruckzuck geknackt – meist reicht es schon, dass E-Book mal in Calibre reinzuschmeißen; ansonsten sind entsprechende Tools leicht und gratis im Netz zu finden. – Es sei nicht unterstellt, dass das alle Onleiher so machen, aber eine/r reicht schon.
    Kleiner Test: 1 Minute gebraucht, um die aktuellen Spiegel-Bestseller (Sachbuch) bei den Piraten zu finden. 20 Minuten, sagt mein Download-Tool, braucht der Download für das komplette Paket. Hätte ich einen Premiumzugang beim entsprechenden Filehoster, ginge es noch wesentlich schneller.
    Ist umsonst und geht leichter, als wenn ich mich erst bei der Bibliothek einlogge, den digitalen Leihzettel ausfülle, irgendwelche „Rückgabe“-fristen beachten muss etc. Umgekehrt werden so freilich öffentliche Bibliotheken immer überflüssiger.
    Gerade in Deutschland, wo E-Book-Umsätze durch Preispolitik und wohlorganisierte Piraterie auch weiterhin nicht abheben werden, wird man sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass E-Books immer mehr zum Promomaterial für Papierbücher werden. Was in der Vorweihnachtszeit etwas leichter fällt.
    Just fällt mir noch das Stichwort „Des Kaisers neue E-Book-Geschäftsmodelle“ ein, aber ich muss zu einem Termin und habe jetzt nicht die Zeit, um das auszuarbeiten. Könnte ja mal jemand vom Buchreport machen.

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