»Herbe Enttäuschung folgt großer Freude«

Lange hatten die Bibliothekare darauf gewartet, dass die E-Books der Verlagsgruppen Bonnier und Holtzbrinck für den digitalen Verleih freigegeben werden. Jetzt sind die Lizenzen für die „Onleihe“ verfügbar, doch die konkreten Konditionen lassen einige Bibliothekare schlucken. Ein Verbund aus 22 Bibliotheken zieht Konsequenzen.

Rückblick: Der E-Book-Verleih hat die Beziehungen zwischen Verlagen und Bibliotheken immer wieder auf eine harte Probe gestellt. Viele Verlage sehen durch den kostenlosen und niedrigschwelligen Verleih von digitalen Büchern in öffentlichen Bibliotheken ihr Geschäftsmodell bedroht. Sie hatten deshalb ihre Bücher zunächst nur zögerlich oder zu hohen Preisen für den Verleih in Bibliotheken zur Verfügung gestellt. Als sich Bonnier und Holtzbrinck dann im Frühjahr 2016 mit dem Bibliotheksdienstleister EKZ auf ein Lizenzmodell geeinigt hatte, schien der Streit vorerst beigelegt. Seitdem können die Onleihe angeschlossenen Bibliotheken auch Nutzungsrechte für Droemer Knaur, Fischer, Kiepenheuer & Witsch und Rowohlt sowie Piper, Ullstein und Carlsen erwerben. Die marktführende Verlagsgruppe Random House hat ihre E-Books bereits seit einigen Jahren für die Onleihe freigegeben.

Angesichts der konkreten Konditionen von Holtzbrinck und Bonnier machen die Bibliothekare aber jetzt lange Gesichter: Die Preise für E-Book-Lizenzen seien 2,5-mal so hoch wie die jeweiligen Endkundenpreise, rechnet der Bibliotheksverbund Franken-Onleihe in einer öffentlichen Stellungnahme vor. Zudem sei die Nutzung der Lizenz auf vier Jahre bzw. 52 Ausleihen begrenzt. Dieses Lizenzmodell überfordere die begrenzten finanziellen Ressourcen von Bibliotheken, kritisiert der Verbund. „Und das gilt selbst für Verbünde wie die Franken-Onleihe, in der sich 22 fränkische Bibliotheken mit ihren Etats zusammengeschlossen haben.“ Man werde deshalb vorerst keine E-Books mit diesem Lizenzmodell kaufen.

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Kommentare

1 Kommentar zu "»Herbe Enttäuschung folgt großer Freude«"

  1. 52-mal ausleihen zum 2,5 fachen Preis – wenn man bedenkt, wie oft das E-Book geklaut wird, ein marginal niedriger Preis! zum Trend staatlicher Institutionen, geistige Leistungen zu sozialisieren um den eigenen Haushalt auf Kosten anderer zu schonen: Das ist kommunistisch. Kein Problem damit, das einzuführen, dann aber bitte für alles von Auto bis Zucker.

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